Vor drei Jahren hatte Henrik Fisker noch von über 800 km Reichweite geschwärmt

Fisker hat die Entwicklung von Festköperbatterien aufgegeben. Das gab Henrik Fisker nun auf Twitter bekannt. Danach hat sich der Unternehmensgründer bereits vor über einem Jahr von dem Projekt verabschiedet. Stattdessen soll offenbar eine normale Batterie im Fisker Ocean eingebaut werden.

Noch 2018 hatte Fisker auf der CES ein spektakuläres viertüriges Coupé namens EMotion vorgestellt und gleichzeitig eine selbst entwickelte Festkörperbatterie gezeigt. Die Energiedichte sollte zweieinhalb Mal so groß sein wie bei konventionellen Lithium-Ionen-Batterien. Die Technik erlaube Reichweiten von über 800 Kilometer, die Ladezeiten sollten kürzer sein als beim Tanken von Benzin. Damals wurde eine Serienreife "irgendwann nach 2020" versprochen.

 

Henrik Fisker gab die Auskunft zum Thema Festkörperbatterie nicht sehr gerne. Denn zuerst reagierte er auf die Frage eines Twitter-Nutzers, indem er diesen blockiert:

 

In einem Interview mit The Verge erläuterte Henrik Fisker seine Abkehr von der Festkörperbatterie (SSB, Solid State Battery) näher. Die Entscheidung sei schon Ende 2019 oder Anfang 2020 gefallen.

"Wir haben also viel Zeit, mehrere Jahre, mit der Forschung an Festkörperbatterien verbracht. Und es ist eine Technologie, bei der man, wenn man glaubt, zu 90 Prozent angekommen zu sein, man ist fast angekommen, bis man merkt, dass die letzten 10 Prozent viel schwieriger sind als die ersten 90."

"Aber wir kamen schließlich zu dem Schluss, ich denke, es war wahrscheinlich Ende 2019, Anfang 20 (...), dass Festkörperbatterien immer noch sehr, sehr weit weg sind, sie sind nicht um die Ecke."

Bis die Batterie serienreif sei, würde es noch mindestens sieben Jahre dauern. So viel Zeit will sich Fisker aber nicht mehr lassen. Denn schon dieses Jahr soll der Ocean als erstes Fisker-Modell auf den Markt kommen. Basis ist eine Plattform von Magna, wo das SUV auch gebaut wird. Auch das zweite Fisker-Modell mit dem Code-Namen PEAR soll auf einer fremden Plattform beruhen, und zwar auf der vom Elektronik-Zulieferer Foxconn.

Bildergalerie: Fisker EMotion (2018)