Wie alle neuen Elektro-Volvos wird er entweder auf SPA2 oder der Geely-Plattform SEA basieren

Die Serienversion des kürzlich vorgestellten Concept Recharge soll einen richtigen Namen bekommen, das sagte Volvo bei der Vorstellung selbst. Volvo-Chef Håkan Samuelsson ergänzte nun, dass das für alle kommenden Volvo-Elektroautos gelten werden, insbesondere für den Nachfolger des XC90. Darüber berichtet nun Automotive News Europe (ANE).

Volvo will offenbar von den bisher verwendeten Buchstaben-Zahlenkombinationen abgehen. Bisher trugen die Hatchbacks (wie der C40) den Buchstaben C, die Limousinen ein S (wie S60, S90), die Kombis ein V (V60 und V90) und die SUVs ein XC (XC40, XC60 und XC90), was Volvo-Einsteigern die Übersicht erleichterte.

Beim XC90-Nachfolger soll sich das ändern: "Dieses Auto wird einen Namen haben, eher wie ein Kind", sagte Samuelsson nun. Als Gründe für die Änderung führte er die Neuerungen an, die mit dem Auto kommen. So führe Volvo mit dem Fahrzeug eine neue Plattform ein, es werde ausschließlich online verkauft und werde Lidar-Technik an Bord haben.

Wo es die lokalen Vorschriften erlauben, soll außerdem unsupervised driving angeboten werden, also offenbar irgendeine fortgeschrittene Form des autonomen Fahrens. Eine weitere Neuheit wird bidirektionales Laden sein. Innen werde es einen 15-Zoll-Touchscreen und einen "schwebenden" Bildschirm hinter dem Lenkrad haben - wie das Concept Recharge.

Volvo Concept Recharge (2021): Die Sitze mit integrierten Kopfstützen scheinen vor allem am Rücken Seitenhalt zu bieten
Cockpit des Concept Recharge mit freistehendem Instrumentendisplay und 15-Zoll-Touchscreen

Die Serienversion des großen SUVs soll im Jahr 2022 vorgestellt und dann ab 2023 ausgeliefert werden. Gebaut werden soll es im US-Werk des Herstellers in South Carolina.

Auch der Polestar 3 soll ab 2022 in den South Carolina gebaut werden, was eine gemeinsame technische Basis nahelegt. Der Polestar 3 wird laut Volvo auf einer neuen, dedizierten Elektroplattform basieren.

Laut Samuelsson sollen die neuen Elektro-Volvos auf einer von zwei Plattformen basieren:

  • SPA2 (die zweite Generation der aktuellen SPA-Plattform)
  • SEA (der Plattform von Konzernmutter Geely)

Die aktuelle Scalable Platform Architecture (SPA) ermöglicht Verbrenner und Plug-in-Hybride. Auf ihr basieren die derzeitigen 60er- und 90er-Modelle von Volvo. Auf der Sustainable Experience Architecture (SEA) soll insbesondere ein kleiner Elektro-Crossover basieren, wie Samuelsson sagte. Das passt zu den Äußerungen des Volvo-Chefingenieurs Kent Bovellan, der kürzlich ein kleines Volvo-SUV unterhalb des XC40 ankündigte. Nach der von Bovellan erklärten Einteilung dürfte der Wagen auf der Version SEA1 beruhen, welche die Segmente B bis D abdecken soll.

Ob der XC90-Nachfolger auf SPA2 oder SEA1 (der Geely-Plattform für die Segmente D bis F) basieren wird, geht aus dem neuen ANE-Artikel nicht hervor. Für SEA1 spräche, dass der Geely-Konzern im nächsten Jahr den Zeekr 001 auf den Markt bringen will, der mit rund fünf Meter Länge XC90-Maße hat. So oder so bleibt für uns einstweilen rätselhaft, warum sich der Geely-Konzern gleich zwei Plattformen leistet.

Bildergalerie: Premiere: Das ist der Zeekr 001

Der XC90-Nachfolger soll jedenfalls laut Volvo nicht mehr als Verbrenner und auch nicht mehr als Plug-in-Hybrid angeboten werden. Auch der XC60-Nachfolger soll ausschließlich als Elektroauto angeboten werden, wie bereits kürzlich in einem Nebensatz einer Pressemitteilung bekannt gegeben wurde. Ein Update für die aktuellen Generationen von XC60 und XC90 wäre aber möglich.

Volvo will ab 2030 nur noch Elektroautos anbieten. Bis 2025 soll jedes Jahr ein neues Elektroauto starten. Die Neuheit für 2020 war der XC40 Pure Electric, der C40 war das Debüt für 2021, der XC90-Nachfolger dürfte die Neuheit für 2022 sein. Welche Modelle in den Jahren danach starten, darüber darf spekuliert werden. Einen Anhaltspunkt gab Volvo im März mit dieser Grafik:

Volvos Elektropläne vom März 2021 (Bildquelle: Volvo)

Die bereits enthüllten Autos sind der XC40 und der C40. Welche Autos die übrigen fünf Modelle sind, bleibt offen. Die Nachfolger von XC60 und XC90 sowie das kleine Crossover-Modell sind wohl darunter.