Der G9 ist das neueste Modell von Xpeng; das Elektro-SUV wurde im November vorgestellt, auf der Guangzhou Auto Show. Es handelt sich um das Modell des chinesischen Herstellers nach dem G3 und den Limousinen P7 sowie P5. Nun gibt es auch ein Bild vom Cockpit und Angaben zu den Maßen.

Der Neuling ist danach 4,89 Meter lang und 1,68 Meter hoch; der Radstand misst knapp drei Meter. Das sind Maße ähnlich wie beim Audi e-tron, der unzweifelhaft in die Oberklasse gehört. Damit ist der G9 zwei Klassen höher angesiedelt als der kompakte Xpeng G3. Dazu passt die Namensgebung: G9 lässt auf eine Einordnung am oberen Ende der Palette schließen. Bei seinem Tech Day im Oktober 2021 kündigte Xpeng denn auch ein SUV an, das auf der gleichen Plattform wie die Oberklasse-Limousine P7 basiert.

Bildergalerie: Xpeng G9 (2022)

Das Cockpitbild zeigt neben einem Instrumentendisplay gleich zwei Touchscreens – einer in der Mitte der Kabine und einer mehr auf der rechten Seite. Der Hersteller spricht von einem "14,96-Zoll-Doppelbildschirm". Alle Möbel in dem Fünfsitzer lassen sich elektrisch einstellen. Vorne gibt es zudem Heiz-, Belüftungs- und Massagefunktionen.

Erstmals nennt Xpeng auch Daten zum Antrieb. Das Allradsystem bietet 405 kW (vorne 175 kW, hinten 230 kW), das maximale Drehmoment liegt bei 717 Newtonmetern. Damit soll das Auto in etwa drei Sekunden auf Tempo 100 beschleunigen.

"The World’s Fastest-Charging Mass-Produced EV"

Die Reichweite liegt bei 702 Kilometern – vermutlich nach chinesischer Norm; laut Cnevpost wird eine 100-kWh-Batterie eingebaut. Zudem besitzt der G9 ein 800-Volt-System, kann also sehr schnell laden. An den markeneigenen X-Power-Ladesäulen mit 480 kW soll man in nur fünf Minuten Strom für 200 Kilometer nachladen können.

Laut Hersteller ist das Auto damit das am schnellsten aufladbare Elektroauto der Welt. Und in der Tat: 200 km in 5 min wäre doppelt so schnell wie bei anderen 800-Volt-Autos: Beim Porsche Taycan und Hyundai Ioniq 5 soll man in fünf Minuten "nur" 100 Kilometer Reichweite nachladen können. Dabei ist zu bedenken, dass Xpeng die Reichweite wahrscheinlich nach chinesischer Norm misst, Porsche und Hyundai aber nach WLTP.

Außerdem verwendet das Auto Siliciumcarbid-Technik, vermutlich für die Leistungselektronik – das verringert die Schaltverluste. Sowohl das 800-Volt-System als auch die SiC-Technik und die markeneigenen Ladesäulen wurden bereits Ende Oktober beim Tech Day von Xpeng angekündigt.

Der Fahrwerk basiert auf einer Mehrlenker-Aufhängung vorne und einer Doppelkammer-Luftfederung. Für die Abstimmung sorgen laut Xpeng deutsche Ingenieure, was die Chinesen offenbar als Qualitätskriterium werten.

Der G9 ist das erste Xpeng-Modell mit den Assistenzsystem-Paket Xpilot 4.0. Dazu sind zwei Lidar-Sensoren an der Front verbaut. Zur Erinnerung: Das Assistenzpaket im 2018 gestarteten G3 trug noch die Versionsnummer 2.5. Der G9 soll auch das erste Auto aus China sein, das eine Gigabit-Ethernet-Kommunikationsarchitektur besitzt. Das hilft bei den Fahrerassistenz-Systemen und beschleunigt Over-the-Air-Updates. 

Der G9 wurde für die Weltmärkte gebaut. So soll der Wagen fünf Sterne nicht nur im chinesischen C-NCAP-Crashtest, sondern auch im EuroNCAP bekommen und den strengen EU-Zertifizierungsstandards entsprechen. Dazu wurden auch die Richtlinien zur Wiederverwendbarkeit der Materialien erfüllt.

Der Verkaufsstart für den Xpeng G9 in China ist diesen September, die Auslieferungen beginnen im vierten Quartal. Angaben zum Preis gibt es noch nicht. Auch ob das Auto auch zu uns nach Europa kommt, lässt Xpeng offen; die Elektrolimousine P5 kann man in Deutschland schon reservieren.

Technische Daten des Xpeng G9

  • Antrieb: Allradantrieb mit 405 kW (vorne 175 kW, hinten 230 kW) und 717 Nm
  • 0-100 km/h: ca. 3 Sek.
  • Akku / Reichweite: angeblich 100 kWh / 702 km (vermutlich nach chinesischer Norm)
  • Batteriesystem: 800 Volt 
  • Reichweite nachladen: 200 km 5 min 
  • Maße: 4.891 mm Länge/ 1.937 mm Breite /1.680 mm Höhe / 2.998 mm Radstand