EU und Großbritannien: Einigung bei Zöllen für E-Autos und Akkus
Ohne Einigung wären 10 Prozent Zoll beim Handel mit E-Autos angefallen
Die EU und Großbritannien haben sich bei den so genannten Ursprungsregeln geeinigt: Die bestehenden Zoll-Regeln für den Handel mit Elektroautos und Batterien zwischen EU und Großbritannien werden um drei Jahre bis zum 31. Dezember 2026 verlängert. Ein entsprechendes Abkommen wurde nun von der britischen Regierung und dem Europarat unterzeichnet.
Nach dem Brexit wurden Übergangsregelungen eingeführt, um zu vermeiden, dass der Fahrzeughandel zwischen Großbritannien und der EU durch Zölle erschwert wird. Diese wären ohne eine Einigung aber zum 1. Januar ausgelaufen. Dann wären Einfuhrzölle von zehn Prozent auf E-Autos angefallen, wenn diese nicht zu mindestens 45 Prozent ihres Wertes aus der EU oder Großbritannien stammen. Diese Hürde hätten wohl nur wenige E-Autos genommen.
Denn bei Elektroautos entfällt ein Großteil des Fahrzeugwertes auf den Akku, und dieser heute noch oft aus Asien kommt (von CATL, BYD, LG, Samsung und anderen). In Europa und Großbritannien gibt es bislang nur wenige Werke für Batteriezellen.
Es wird jedoch erwartet, dass sich dies bis 2027 ändert, denn etliche Batteriewerke in Europa sind in Bau, so die Zellenwerke des VW-Konzerns in Salzgitter und Valencia und des Joint Ventures zwischen Stellantis, Mercedes und Saft (in Douvrin und Kaiserslautern) oder die geplante Northvolt-Fabrik in Heide. Die Batterieproduktion in Europa wird von der EU mit rund drei Milliarden Euro gefördert.
Zur Sicherheit wird durch einen "Lock-in-Mechanismus" sichergestellt, dass auch nach 2027 noch die jetzigen Ursprungsregeln weitergelten. So sind vor 2032 keine Änderungen zu befürchten.
Mit Zöllen wäre der Elektroauto-Handel über den Kanal deutlich erschwert worden, zum Beispiel beim Elektro-Mini, der unter anderem auch in England gebaut wird. Auch der Nissan Leaf und sein Nachfolger und die Stellantis-Transporter kommen aus Großbritannien. Umgekehrt hätten die EU-Hersteller ihre Autos schwerer in Großbritannien verkaufen können. Großbritannien ist der wichtigste Markt für EU-Fahrzeugexporte und die EU ist der mit Abstand größte Markt für britische Fahrzeugexporte.
Der europäische Herstellerverband ACEA begrüßte die Lösung. Sie werde die Wettbewerbsfähigkeit der Elektroauto-Industrie in Europa stärken. Das Abkommen habe Zollkosten in Höhe von 4,3 Milliarden Euro verhindert und die Produktion von rund 480.000 Elektroautos gesichert, so ACEA-Chefin Sigrid de Vries.
De Vries mahnte aber weitergehende Schritte an: "Im Gegensatz zu China und den USA fehlt der EU eine robuste Industriestrategie zur Förderung der Herstellung von Elektrofahrzeugen", sagte die ACEA-Chefin. Aufbauend auf der heutigen Entscheidung sollte nun eine solche Strategie für die gesamte Wertschöpfungskette erarbeitet werden, "von Forschung und Entwicklung über Bergbau, Raffination und Produktion bis hin zu Ladenetzen, Energieversorgung, Kaufanreizen und Recycling."
Unter dem Strich
Alles in allem bleibt nun alles so wie's ist: Der Handel mit Elektroautos zwischen der EU und Großbritannien und der EU kann weitergehen wie gehabt, Zölle sind nicht zu befürchten. Gut so.
Unser Titelbild zeigt den Nissan Leaf, der im britischen Sunderland gebaut wird.
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