Es ist nicht zu leugnen: Elektroautos um 20.000 Euro lassen noch auf sich warten. Erst 2025 bringt Citroën den e-C3 mit kleinem Akku für 19.990 Euro, 2026 folgt der neue Renault Twingo, von VW ganz zu schweigen. Beim neuen Fiat Grande Panda bleibt der Preis der rein elektrischen Version noch abzuwarten.

Doch es gibt von der Marke bereits jetzt eine interessante Alternative zum Dacia Spring oder einem Microlino. Die "Action" genannte Basisvariante des Fiat 500 Elektro mit kleinem 23,8-kWh-Akku. Auf sie stießen wir im Rahmen von Recherchen, da wir gerade den 500 mit großem Akku als 3+1 zum Test im Fuhrpark haben.

Bildergalerie: Fiat 500 Elektro Action (2024)

Was kaum jemand weiß: Auch den 500 Action gibt es inzwischen als 3+1 mit Zusatztür und als Rolldach-Cabrio. (Das grelle Gelb auf den Fotos ist momentan die Gratisfarbe.) Aktuell mit hohem Rabatt in Deutschland ab 24.490 Euro für den ganz normalen Dreitürer und 25.490 Euro für den 3+1. Das Cabrio notiert bei 27.490 Euro. Fraglos immer noch zu viel für maximal 180 km Reichweite, sofern man nicht auf ein günstiges Leasingangebot stößt.

Und genau hier kommt der gebrauchte 500 Action ins Spiel. Da er wie sein Bruder mit größerem Akku im Jahr 2020 auf den Markt kam, rollen jetzt viele Leasingrückläufer zu den Händlern. Der Action war damals auf die inzwischen ausgelaufene Umweltprämie hin zugeschnitten worden. Deshalb füllen recht viele dieser Modelle die Fiat-Parkplätze. Weiterverkauf? Fast unmöglich. Sofern man nicht kräftig Rabatt gewährt.

Und so gibt es gebrauchte Action günstig. Wie erwähnt mit maximal 180 km Reichweite (realistisch wohl eher 150), 70 kW (95 PS) Leistung und 135 km/h Höchstgeschwindigkeit. Wir schauen zu den üblichen Online-Anbietern und siehe da: Fiat 500 Action mit Klimaanlage von November 2022 mit TÜV bis November 2025 für 13.890 Euro. Dann aber nur mit Handyhalterung statt Touchscreen. Und Halogen-Scheinwerfern.

Bildergalerie: Dacia Spring Electric Facelift (2024)

Mit Touchscreen und einer Sitzheizung an Bord gibt es Fahrzeuge für gut 17.500 Euro. Durchaus interessant im Fall einer Ratenzahlung. Und mit Blick auf die Konkurrenz. Hier der runderneuerte Dacia Spring: Gut 10 Zentimeter länger als der Fiat, dafür stets mit hinteren Türen. Grundpreis: 16.900 Euro. Aber nur magere 33 kW (45 PS) und kein CCS. Das gibt es einzig für die 48-kW-Variante (65 PS) gegen Aufpreis. Gesamtpreis: 19.500 Euro.

Aber auch dann lädt der Spring nur mit bis zu 30 kW, der 500 Action schaft 50. Beide sind zwar eher Elektroautos für Daheim-Lader, aber der Fiat zeigt sich in dieser Hinsicht flexibler. Im Gegensatz zum Microlino, für den es weder CCS noch eine Klimaanlage für Geld und gute Worte gibt.

Bildergalerie: Microlino (2023) im Test

Das 2,52 Meter kurze L7e-Leichtfahrzeug sieht zwar mit seiner Isetta-Optik putzig aus, ist aber gemessen am Gegenwert viel zu teuer. Seit kurzem gibt es eine Topversion mit 15-kWh-Akku und bis zu 228 km Reichweite. Preis? 22.490 Euro. Ohne Airbags, mit hoppeligem Fahrverhalten, viel Lautstärke und maximal 90 km/h Spitze. Sogar der günstigste Microlino mit gerade einmal 95 km Reichweite kostet stramme 17.990 Euro. Dem gegenüber ist ein 500 Action das wesentlich vollwertigere Fahrzeug. Und auf seine Art auch knuffig.

Wir sehen: So uninteressant ist ein gebrauchter Fiat 500 Action nicht. Wer keine allzu langen Wege im Alltag fährt, kann damit glücklich werden. Und mit Blick auf die vielen Leasingrückläufer dürfte der Fiat-Händler sehr verhandlungsbereit sein, um seinen Hof leer zu bekommen.  

Allerdings haut Fiat momentan bis Ende Juni 2024 auch neue 500 Action günstig raus: Leasingsonderzahlung 0 Euro; Laufzeit 24 Monate; 24 x mtl. Leasingrate 125,00 Euro; Laufleistung 5.000 km/Jahr.