Elektroauto im Hitze-Stau: Wie viel verbraucht die Klimaanlage?
ADAC simulierte einen Acht-Stunden-Stau im Tesla Model Y
Vor ein paar Monaten stand mein Laufpartner mit seinem Auto in einem Mega-Stau. Danach erzählte er mir, wie froh er gewesen sei, dass es kein Elektroauto war. Offenbar befürchtete er, dass er stromlos liegengeblieben wäre. Ich konnte Entwarnung geben, denn der Verbrennungsmotor läuft im Stau meist weiter (zumindest wenn man ab und zu nachrücken muss), der Elektromotor aber nicht.
Aber wie sieht es aus, wenn es so heiß ist wie derzeit und die Klimaanlage kräftig arbeiten muss? Dann verbraucht sie natürlich auch im Elektroauto Strom. Aber wie viel Strom muss man aufwenden, um in der Hitze nicht zu kollabieren? Ein Test des ADAC gibt nun Auskunft.
Auf seinem brandneuen Klima-Prüfstand in Landsberg am Lech untersuchte der Automobilclub ein Tesla Model Y und simulierte einen Acht-Stunden-Stau bei sommerlicher Hitze. Die Außentemperatur wurde dabei bis auf 35 Grad hochgeregelt. Dazu kam starke Sonneneinstrahlung, die durch UV-Lampen simuliert wurde.
Zu Beginn des Versuches hatte das Model Y einen Batterieladestand von 60 Prozent. Die Klimaanlage des Autos wurde auf 20 Grad eingestellt und das Fahrzeug im sogenannten "Camping Modus" betrieben. Damit ist eine durchgängige Klimatisierung auch im Stand gewährleistet.
Durch die UV-Einstrahlung wurde das Armaturenbrett bis zu 45 Grad heiß, die Außenseite der Windschutzscheibe sogar über 60 Grad. Gegen die Strahlung und die hohe Außentemperatur musste die Klimaanlage also tüchtig arbeiten. Es gelang ihr nicht, die Innentemperatur (auf Kopfhöhe und im Fußbereich) auf die eingestellten 20 Grad zu senken, aber 25 Grad wurden konstant gehalten.
Dafür benötigte die Klimaanlage durchgängig etwa 1,5 kW, in acht Stunden also etwa 12 kWh. Der Ladestand der Batterie sank dadurch um 16 Prozent (offenbar handelte es sich um einen 75-kWh-Akku). Anders herum bedeutet das, dass pro Stau-Stunde etwa 2 Prozent der Akkukapazität oder 8 Kilometer Reichweite verbraucht wurden.
Der ADAC vergleicht mit einem Verbrenner: Der Motor würde unter gleichen Bedingungen zwischen 1 und 1,5 Liter Kraftstoff pro Stunde benötigen, so der Automobilclub. Im gesamten Acht-Stunden-Zeitraum würden also 8 bis 12 Liter verbrannt werden. Bei einem 50-Liter-Tank würde das die Reichweite um zwei bis drei Prozent schmälern. Die Reichweitenverluste sind beim Verbrenner also sogar etwas höher als beim Elektroauto.
Deswegen gibt der ADAC Entwarnung: Man müsse keine Angst haben, liegen zu bleiben, wenn man bei hohen Temperaturen in einen langen Stau gerät und die Klimaanlage aktiviert lässt, sagt Testleiter Dino Silvestro. Dennoch empfiehlt er, auf genügend Rest-Akkukapazität zu achten, um auch im schlimmsten Hitzestau nicht in Bedrängnis zu geraten.
Unter dem Strich
Wenn man im Sommer mit dem Elektroauto in einen Stau gerät, braucht man keine Angst zu haben, dass der Akku schon nach ein paar Stunden leer ist. Denn die Klimaanlage ist kein energiefressendes Monster, braucht allenfalls etwa 1,5 kW. Bei einem Zwei-Stunden-Stau fehlen also nur 3 kWh im Akku und selbst nach einem monströsen Acht-Stunden-Stau sind es nur etwa 12 kWh. Bei kleineren Batterien kann das ein Problem werden, oder auch bei Leuten, die ihren Akku gern bis zum letzten Elektron ausnutzen. Davon ist bei Hitze abzuraten.
Quelle: ADAC
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