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Mercedes GLC mit EQ-Technologie als Rendering

Nachfolger des EQC soll im Herbst auf der IAA präsentiert werden (Update)

Mercedes GLC EQ (2026) als Rendering
Bild von: Motor1.com

Der Mercedes GLC war im Jahr 2024 die meistverkaufte Baureihe der Marke. Bald erweitert eine vollelektrische Version das Angebot, wenn auch auf einer anderen Plattform. Nachdem Mercedes kürzlich noch stark getarnte Prototypen bei Wintertests zeigte, haben die Kollegen von Motor1 Italien nun ein Rendering daraus abgeleitet.

Danach bekommt der Wagen eine ähnliche Front wie der CLA: In der Mitte des "Grills" prangt ein großer Mercedesstern in Chromoptik; darum herum stehen viele kleine Sternlein. Außerdem enthalten die Scheinwerfer eine sternförmige Lichtsignatur, und zwar – wenn die Kollegen Recht behalten –  ein Stern pro Seite (während das EQS Facelift links und rechts je zwei bekommt). Die Scheinwerfer werden wie beim CLA von einer durchgehenden Lichtlinie verbunden.

Mercedes CLA (2025) mit EQ-Technologie in Schwarz

Mercedes CLA (2025) mit EQ-Technologie

Bild von: Mercedes-Benz
Mercedes GLC EQ (2026) als Rendering

Mercedes GLC EQ (2026) als Rendering

Bild von: Motor1.com

Das Rendering zeigt den Wagen nur von vorne, doch dank der offiziellen Erlkönigbilder von Anfang März kennen wir auch schon das ungefähre Aussehen des Hecks. Auf dem Bild unten ist klar erkennbar, dass es auch hinten eine sternförmige Lichtsignatur geben wird, und zwar vermutlich ebenfalls mit Lichtlinie dazwischen:

Mercedes GLC mit EQ-Technologie-(Teaserbild)
Bild von: Mercedes-Benz

Das Heck wirkt etwas coupéhafter als beim aktuellen GLC, aber lang nicht so coupéhaft wie beim GLC Coupé. An den Maßen wird sich wohl gegenüber dem Verbrenner wenig ändern. Der aktuelle Mercedes GLC misst 4,72 Meter in der Länge und 1,64 Meter in der Höhe. Damit wäre das Auto etwa genauso lang wie der CLA.

Der GLC mit EQ-Technologie basiert auf der Plattform MB.EA, wie Konzernchef Ola Källenius kürzlich verriet. Das Modell soll neue Maßstäbe bei Performance, Reichweite, Effizienz und Ladegeschwindigkeit setzen. Bereits bekannt war, dass MB.EA eine 800-Volt-Plattform darstellt, so dass der Neuling schnell laden kann. Das System soll aber auch Leistung und Effizienz steigern. 

Verschiedene Akkus werden angeboten. Dabei soll sich die "Top-Type-Batterie" mit über 320 kW aufladen lassen. Diese Batterie hat eine Anode mit erhöhtem Siliciumanteil, was zu mehr Energiedichte führt. Vermutlich handelt es sich um die gleiche Batterie, die Mercedes für die elektrische G-Klasse angekündigt und die auch im neuen CLA EQ steckt.

Die Reichweite dürfte wegen der Karosserieform deutlich hinter den knapp 800 km des CLA mit 85-kWh-Akku zurückbleiben. Vermutlich wird es neben diesem Akku auch die LFP-Batterie mit 58 kWh geben.  

Auch die Antriebe sind offenbar grundsätzlich vom CLA bekannt: Die elektrische Antriebseinheit (Electric Drive Unit, EDU) an der Hinterachse mit integriertem Zweigang-Getriebe hat Mercedes selbst entwickelt. Wie beim CLA wird bei den Allradlern nicht nur die Primärachse, sondern beide EDUs mit Siliciumcarbid-Invertern ausgestattet, also auch die bei Bedarf zugeschaltete Vorderachse. Das Zuschalten und Abkoppeln übernimmt wie bei der EVA2-Plattform (EQE, EQS incl. der SUV-Varianten) und beim CLA auf Basis von MMA eine Disconnect Unit (DCU)

Die erwähnten Erlkönigbilder von Mercedes zeigen das Auto in blauweißer Tarnung bei Tests in der Polarregion: Antriebe, Akkus und Thermomanagement mussten zeigen, wie sie mit Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt zurecht kommen. Im nordschwedischen Arjeplog wurden auch die Handling-Qualitäten und die Traktion auf zugefrorenen Seen sowie einem Hügel-Parcours mit bis zu 20 Prozent Steigung getestet. Das gab Mercedes Gelegenheit, die Bilder zu präsentieren.

Bildergalerie: Mercedes GLC EQ (Teaserbilder 03/25)

Auch das neue Bremssystem wurde in Schweden getestet, schrieb Mercedes Anfang März. Es kombiniert die bisher separaten Komponenten Bremskraftverstärker, Hauptzylinder und ESP-Regelung in einem kompakten Modul. Das soll offenbar das so genannte Blending verbessern, also den Übergang oder die Mischung zwischen der Reibbremse und dem rekuperativen Bremsen. Am Steuer soll man von diesem Übergang möglichst wenig bemerken. Mercedes verspricht immer das gleiche Bremspedalgefühl, unabhängig davon, ob per Rekuperation oder Reibung gebremst wird. 

Weil anders als beim Verbrenner kaum Wärmeverluste anfallen, wird primär elektrisch geheizt. Dazu bekommt der GLC EQ serienmäßig eine Wärmepumpe, die drei Energiequellen nutzt: die Wärme der Umgebungsluft sowie die Abwärme der Electric Drive Unit und der Batterie. Beim Heizen mit Hilfe von Wärme aus der Umgebung wird laut Mercedes nur ein Drittel des Stroms verbraucht, die ein elektrischer Zuheizer benötigen würde.

Mercedes GLC mit EQ-Technologie-(Teaserbild)
Bild von: Mercedes-Benz

Die Wärmepumpe sorgt auch für die Vorkonditionierung des Akkus, indem sie die Batterie vor dem Schnellladen entweder heizt oder kühlt. Während des Ladens dürfte die Wärmepumpe die Batterie kühlen. Dabei darf der Innenraum aber nicht zu kalt werden, denn Wärmekomfort ist Pflicht.

Über 500 Einzeltests gehören zum Versuchsprogramm eines jeden neuen Mercedes-Modells. Dazu kommen noch rund 100 Tests für Elektroautos, von denen etwa zwei Drittel den elektrischen Antrieb und das Laden betreffen. Zu den Herausforderungen gehören unter anderem die Leistungsabgabe des Elektromotors beim Kaltstart und mit durchgekühlter Batterie, die Reichweite, das Handling von Ladekabeln, die Vorklimatisierung und die Betriebsstrategie samt Rekuperation. Neben der Wintererprobung finden natürlich auch Tests im Sommer bei bis zu 50 Grad Hitze statt, etwa in Arizona und Südafrika.

Unter dem Strich

Mercedes zeigt erste offizielle Bilder vom GLC mit EQ-Technologie, wie der Nachfolger des EQC offiziell heißen wird. Noch sind die Autos getarnt, doch auf der IAA im September soll der Neuling enthüllt werden. Einen ersten Vorgeschmack gibt unser Rendering. Auf den Markt kommen wird der Wagen wohl erst 2026, gemeinsam mit der elektrischen C-Klasse auf der gleichen Plattform.