BMW iX3: Start der Neuen Klasse mit 345 kW und 805 km Reichweite
Das Elektro-SUV ist das erste Modell auf der neuen Plattform, das erste 800-V-Modell von BMW und bietet 400 kW Ladeleistung
Nach etlichen Teasern und einem "Predrive-Event" stellte BMW nun den neuen iX3 in Gänze vor: Das erste Modell der Neuen Klasse debütierte schon am Freitag vor der IAA. Zuerst gibt es einen iX3 50 xDrive mit einem 345-kW-Allradantrieb für 68.900 Euro. Diese Version ist sogar schon konfigurierbar, auch wenn die Serienproduktion erst Ende 2025 beginnt. Weitere Varianten, darunter ein Einstiegsmodell, sollen folgen. Eine China-Variante wird ab 2026 in Shenyang produziert.
Bildergalerie: BMW iX3 (2026)
Exterieur und Maße
Der iX3 führt eine neue, reduzierte BMW-Designsprache ein. Die Karosserie zeichnet sich durch glatte Flächen und wenige Linien aus. Die Frontpartie ist steil gestaltet und enthält eine vertikal orientierte Doppelniere, ergänzt durch ebenfalls vertikal angeordnete LED-Leuchten. Für Akzente wird kein Chrom genutzt, sondern man setzt auf Lichtelemente. Die Form mit bündig integrierten Türgriffe sorgt für eine gute Aerodynamik mit einem cW-Wert von 0,24. Am Heck finden sich weit in die Mitte reichende Rückleuchten in L-Form.
| Länge | Breite | Höhe | Radstand | Kofferraum | |
| Alter iX3 | 4.734 mm | 1.891 mm | 1.668 mm | 2.864 mm | 510-1.560 L |
| Neuer iX3 | 4.782 mm | 1.895 mm | 1.635 mm | 2.897 mm | 520-1.750 L + 58 L Frunk |
Mit 4,78 Meter ist der Neuling etwa fünf Zentimeter länger als der Vorgänger, der Radstand ist drei Zentimeter größer, die Höhe aber um drei Zentimeter geringer. Das Kofferraumvolumen wächst vor allem bei umgelegten Rücksitzen; außerdem kommt ein 58 Liter großer Frunk hinzu. Auch die Anhängelast erhöht sich deutlich: Waren bisher nur 750 Kilo möglich, so darf man nun 2.000 Kilogramm an den Haken nehmen.
Antriebe, Akkus und Aufladen
Die sechste Generation der BMW-eDrive-Technologie bietet neue Elektromotoren, eine neue Hochvolt-Batterie mit erstmals zylindrischen Zellen und erhält eine 800-Volt-Architektur – ebenfalls eine Premiere bei BMW. Zum Start gibt es einen BMW iX3 50 xDrive. Ohne das explizit zu erläutern, weicht BMW damit vom üblichen Namensschema ab, wonach das Auto iX3 xDrive50 heißen müsste. Der Allradantrieb basiert auf zwei Motoren: Hinten arbeitet wie bei den bisherigen Elektro-BMWs ein fremderregter Synchronmotor (EESM), vorne wird jedoch ein Asynchronmotor (ASM) installiert.
Um die Effizienz zu steigern, dürfte der vordere Motor einfach stromlos geschaltet werden, wenn er nicht gebraucht wird. Der hintere Motor wird zugunsten des Verbrauchs mit einem Siliciumcarbid-Inverter kombiniert.
Technische Daten des BMW iX3 50 xDrive
- Allradantrieb mit ASM vorne und EESM hinten
- Systemleistung / Drehmoment: 345 kW / 645 Nm
- 0-100 km/h / Höchstgeschwindigkeit: 4,9 Sek. / 210 km/h
- WLTP-Verbrauch: 15,1-17,9 kWh/100 km
- Akku netto / WLTP-Reichweite: 108,7 kWh / 679-805 km
- Max. Ladeleistung: 11 (optional 22) kW mit AC, 400 kW mit DC
- DC-Ladedauer (10-80 %): 21 min
- Maße: 4.782 mm Länge / 1.895 mm Breite / 1.635 mm Höhe / 2.897 mm Radstand
- Kofferraum: 520-1.750 Liter, plus 58 Liter Frunk
- Anhängelast: 2.000 kg
Die Systemleistung ist mit 345 kW deutlich höher als beim alten Modell, das ausschließlich als Hecktriebler mit 210 kW verfügbar war. Auch das Drehmoment ist mit 645 Nm deutlich höher (bisher 400 Nm). Dementsprechend verkürzt sich der Normsprint von 6,8 auf 4,9 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit erhöht sich von 180 auf 210 km/h.
Auch der Energiespeicher ist nun deutlich größer. Statt 74 kWh netto bietet er jetzt 108,7 kWh Nettokapazität. Dies ermöglicht eine Reichweite von bis zu 800 Kilometern nach WLTP – bisher waren es maximal 471 km. Die neuen zylindrischen Zellen weisen eine um 20 Prozent höhere Energiedichte im Vergleich zur Vorgängergeneration auf. Sie werden direkt und ohne den Umweg über Module zur Batterie zusammengebaut (Cell-to-Pack-Konzept). Der Akku ist als tragendes Bauteil direkt in die Karosseriestruktur integriert (Pack-to-Open-Body-Konzept), was das Gewicht reduziert.
Dank der 800-Volt-Technik kann der iX3 an DC-Schnellladestationen mit bis zu 400 kW laden. Damit lässt sich laut BMW in zehn Minuten Energie für mehr als 350 Kilometer Reichweite aufnehmen. Ein Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent dauert 21 Minuten. Daraus errechnet sich eine Ladegeschwindigkeit von 3,6 kWh/min. Damit ist dieser Wert besser als beim Audi Q6 e-tron mit 95-kWh-Batterie (3,2 kWh/min) und Hyundai Ioniq 5 84 kWh (3,1 kWh/min), aber etwas geringer als beim Smart #5 (3,7 kWh/min), wie unsere Übersicht zu den größten Ladegeschwindigkeiten zeigt.
Anders als etwa der Mercedes CLA EQ kann der BMW iX3 auch an 400-Volt-Säulen aufgeladen werden, und zwar über eine "intelligente Schaltmatrix". Ob das so etwas ist wie das Bankladen des Audi A6/Q6 e-tron und Porsche Macan Electric bleibt zunächst offen.
AC-Laden ist optional mit bis zu 22 kW möglich, was die Ladezeit von 0 auf 100 Prozent auf 5 Stunden und 45 Minuten reduziert (11 Stunden bei 11 kW). Zudem ist bidirektionales Laden für Vehicle-to-Load (V2L), Vehicle-to-Home (V2H) und Vehicle-to-Grid (V2G) vorgesehen. Plug & Charge mit mehreren Stromverträgen wird ebenfalls unterstützt. Eine Besonderheit ist die von Künstlicher Intelligenz gesteuerte Ladeklappe: Sie erkennt die Ladeabsicht und öffnet und schließt sich automatisch.
Interieur
Das Cockpit ist horizontal ausgerichtet und wird von einer schwebend wirkenden Instrumententafel mit hinterleuchteter Stoffoberfläche dominiert. Im Zentrum steht das neue Bediensystem BMW Panoramic iDrive. Es projiziert Informationen über die gesamte Breite der Windschutzscheibe auf eine schwarze, nanobeschichtete Fläche. Fahrrelevante Daten werden direkt im Sichtfeld des Fahrers angezeigt. Ergänzend ist ein Head-up-Display verfügbar. Eine ausführliche Sitzprobe finden Sie auf unserer Schwesterseite Motor1.com Deutschland.
Der zentrale, zum Fahrer geneigte Touchscreen misst 17,9 Zoll. Die Bedienung erfolgt per Touch, Spracheingabe oder über das Multifunktionslenkrad mit haptischem Feedback. Für wichtige Funktionen wie Scheibenwischer, Blinker, Lautstärke und Warnblinkanlage gibt es physische Tasten. Auch die Außenspiegel werden auf traditionelle Weise eingestellt.
Der Sprachassistent wurde ebenfalls weiterentwickelt und bekommt Künstliche Intelligenz, wobei diese offenbar schrittweise eingeführt werden soll – beginnend in den USA mit Navigationsfunktionen. Auch die Zoom-App für Videogespräche kann im Stand verwendet werden, während der Fahrt können darüber die Gespräche weitergeführt werden, dann aber ohne Videofunktion. Grundlage für all das ist das neue Betriebssystem BMW Operating System X.
Ausstattung
Zur Serienausstattung des BMW iX3 50 xDrive gehören 20-Zoll-Aluräder. Optional sind Räder in 21 und 22 Zoll erhältlich, teilweise in aerodynamisch und gewichtsoptimierter Ausführung. Ein großes Glasdach mit Sonnenschutz-Verglasung und optional mit Rollo ist ebenfalls verfügbar, genauso wie ein M-Sportpaket und ein M-Sportpaket Pro.
Vier Interieur-Welten stehen zur Wahl. Serienmäßig ist der Innenraum lederfrei und hat Sitzbezüge aus recyceltem Kunststoff, Leder gibt es optional. Die Serienausstattung umfasst eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Sitzheizung, eine elektrische Sitzverstellung und eine Telefonie-Funktion mit Wireless Charging. Die Assistenzsysteme umfassen serienmäßig einen Spurwechselwarner, eine Vorfahrtswarnung und einen Ausstiegswarner. Der neue Autobahn- und City-Assistent unterstützt bei Kurvenfahrten und im Kreisverkehr. Zu den technischen Schmankerln gehört eine Ampelerkennung, mit der das Fahrzeug bei Rot automatisch anhält und bei Grün wieder anfährt.
Bestellstart und Preise
Die Weltpremiere des BMW iX3 findet auf der IAA Mobility 2025 statt, die Serienproduktion startet Ende 2025 im ungarischen Debreczin. Marktstart ist im Frühjahr 2026. Den Preis für die bislang einzige Motorisierung haben wir schon genannt: Der iX3 50 xDrive kostet 68.900 Euro. Zu den Konkurrenten gehören 800-Volt-SUVs der Mittelklasse. Im Premiumsegment gibt es den Audi Q6 e-tron und den neuen Mercedes GLC EQ, außerdem den Smart #5 und den Hyundai Ioniq 5.
Unter dem Strich
Lange Zeit war 800 Volt eine Domäne der koreanischen Hersteller, nun gibt es endlich auch deutsche Modelle, die richtig schnell laden können. Audi machte mit dem Q6 und A6 e-tron den Anfang, Mercedes folgte mit dem CLA EQ und jetzt hat auch BMW sein erstes 800-Volt-Fahrzeug vorgestellt. Der Erstling mit 345 kW bietet mit bis zu 805 km überragend viel Reichweite; ein möglicherweise folgender Hecktriebler dürfte noch weiter kommen. Zudem lädt das Auto mit 3,6 kWh/min sehr schnell. In beiden Disziplinen übertrifft der BMW den Audi Q6 e-tron und den Hyundai Ioniq 5. Der Smart #5 lädt in der 800-Volt-Version schneller, kommt aber nicht so weit.
Quelle: BMW
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