Polestar 3 (2025): Übersicht zur auslaufenden 400-Volt-Version
Das große Elektro-SUV wird demnächst auf 800 Volt umgestellt.
Update vom 1. Oktober 2025: Der Polestar 3 wird demnächst auf 800 Volt umgestellt. Die hier beschriebene 400-Volt-Version ist allerdings noch konfigurierbar.
Der Polestar 3 schafft bis zu 706 km am Stück nach WLTP-Norm. Das meldet der schwedische Hersteller nun offiziell. Bisher gab es nur zertifizierte Werte für die beiden Allradler, während für die Basisversion mit Heckantrieb nur ein ungefährer Wert von 650 km bekannt war. 706 statt 650 km also: Kein Anlass für Ärger, sondern für eine Modellübersicht.
Der Polestar 3 ist ein 4,90 Meter langes Elektro-SUV, das technisch eng mit dem Volvo EX90 verwandt ist. Beide basieren auf der Scalable Product Architecture II, und so ist auch der Radstand identisch. Doch die Karosserieform der Polestar ist aerodynamischer und coupéhafter. Die Höhe von 1,61 Meter ist ebenfalls deutlich geringer als beim 1,74 Meter hohen EX90. Logischer Nachteil der nach hinten abfallenden Dachlinie ist der kleinere Kofferraum: Der Polestar 3 bietet 484 bis 1.411 Liter, während es beim EX90 365 bis 1.915 Liter sind; beide Modelle haben zudem einen Frunk.
Antriebe und Versionen
Zum Start wurden zwei Allradmodelle des Polestar 3 angekündigt. Doch Juni 2024 wurde überraschend noch ein Hecktriebler mit 220 kW nachgeschoben. Die Reichweite wurde mit 650 km angegeben, der Stromverbrauch mit 18,9-20,0 kWh. Nun gibt es offizielle WLTP-Werte, die um einiges besser sind. So gehört das Auto nun zu Top Ten der reichweitenstärksten Elektroautos: Mit 706 km Reichweite liegt das Modell auf Platz 5, noch vor dem Mercedes EQS 450+ SUV, der nun auf 695 km zurückfiel. Auch der Stromverbrauch von 17,6 kWh/100 km ist für die Klasse niedrig, wie unsere Übersicht über die sparsamsten Elektroautos zeigt.
| Polestar 3 Single Motor | Polestar 3 Long Range Dual Motor |
Polestar 3 Long Range Dual Motor Perform. |
|
| Antrieb | RWD 220 kW, 490 Nm | AWD 360 kW, 840 Nm | AWD 380 kW, 910 Nm |
| 0-100 km/h / Spitze | 7,8 Sek. / 180 km/h | 5,0 Sek. / 210 km/h | 4,7 Sek. / 210 km/h |
| WLTP-Verbrauch | 17,6-20,3 kWh | 19,6-21,8 kWh | 21,9-23,0 kWh |
| Akku brutto / netto | 111 / ca. 107 kWh | ||
| WLTP-Reichweite | 706 km | 636 km | 567 km |
| DC-Ladedauer DC |
30 min (10-80%) | ||
| DC-Ladegeschwindigkeit | ca. 2,5 kWh/min | ||
| Reichweite-Nachladen | 16,5 km/min | 14,8 km/min | 13,2 km/min |
| Preis | 78.590 Euro | 85.590 Euro | 92.190 Euro |
| Rabattiert | - | 81.590 Euro | 88.190 Euro |
Der günstigere der beiden Allradler trägt die Bezeichnung Long Range Dual Motor und bietet 360 kW. Mit einem Performance Pack steigt die Systemleistung auf 380 kW– vermutlich aber nur kurzzeitig, denn auch mit dem Paket werden nur zwei 180-kW-Motoren eingebaut. Für den Antrieb sorgen ausschließlich Permanentmagnet-Synchronmotoren (PSM).
Die Allradmodelle sind laut Polestar zugunsten der Fahrdynamik heckbetont ausgelegt. Über zwei Kupplungen an der Hinterachse ist hier auch ein aktives Torque Vectoring möglich. Um Strom zu sparen, kann die Hinterachse per Kupplung abgekoppelt werden, wenn nicht die volle Power gebraucht wird. Dann wird der Polestar 3 also zum Fronttriebler. Das ist ungewöhnlich, normalerweise wird die Vorderachse abgekoppelt.
Bildergalerie: Polestar 3 Performance (2024): Bilder zum Test
Akku und Aufladen
Alle Varianten des Polestar 3 haben den gleichen Akku mit 117 kWh brutto, die Nettokapazität liegt laut EV-Database bei 107 kWh. Der Akku setzt sich aus 17 Modulen zusammen. Die prismatischen Zellen mit NMC-Chemie (Nickel, Mangan, Cobalt) kommen vom chinesischen Hersteller CATL. Nach inoffiziellen Angaben ist die Batteriekonfiguration 102s2p.
Das würde bedeuten: Der Akku besteht aus 204 Zellen. Vorausgesetzt, alle Module sind gleich, würde das 12 Zellen pro Modul ergeben. Die Hälfte der Zellen ist in Reihe geschaltet; so ergibt sich eine Spannung von ungefähr 370 bis 380 Volt, das Auto hat also 400-Volt-Technik. Der Akku hat eine Flüssigkühlung, eine Wärmepumpe ist serienmäßig an Bord.
Ursprünglich hieß es, der Wagen könne mit bis zu 250 kW geladen werden, was bei einem 400-Volt-System kaum geht, da die CCS-Schnittstelle auf 500 Ampere beschränkt ist. Aus der Multiplikation ergibt sich eine maximale Ladeleistung von 200 kW. Die Ladeleistung von 250 kW taucht nun nicht mehr in der offiziellen Datentabelle auf. Die Ladedauer wird unverändert mit 30 min (10-80%) angegeben, woraus sich eine stattliche Ladegeschwindigkeit von 2,5 kWh/min ergibt – was wohl zu den höchsten Werten für 400-Volt-Systeme gehört. Auch die Basisversion des Audi Q6 e-tron lädt trotz 800-Volt-Technik nicht schneller.
Beim Reichweite-Nachladen erreicht der Polestar 3 ebenfalls gute Werte: Pro Minute Ladezeit im Fenster von 10 bis 80% SoC wird bei der Basisversion Strom für durchschnittlich 16,5 Kilometer nachgeladen, in 20 min sind es also stolze 330 km.
Der Polestar 3 ist außerdem für das Zurückspeisen von Strom ins Netz (Vehicle-to-grid, V2G) und für Plug and Charge vorbereitet.
Cockpit und Ausstattung
Wie beim Polestar 2 wird der Touchscreen senkrecht eingebaut
Innen gibt es einen 14,5-Zoll-Touchscreen in vertikaler Orientierung sowie ein kleines Instrumentendisplay. Alle Versionen des Polestar 3 verfügen über ein großes Glasdach, LED-Licht, versenkbare Türgriffe mit Näherungssensor und 21-Zoll-Alufelgen, Türen mit Soft-Close-Automatik, ein Head-up-Display und eine Lenkradheizung.
Die Allradler besitzen auch serienmäßig eine Luftfederung mit elektronisch geregelten Dämpfern. Zu den zahlreichen Sensoren gehören fünf Radarmodule und fünf externe Kameras, dazu zwei Innenraumkameras, die sicherstellen, dass man nicht abgelenkt ist. Auch ein Paket mit Lidar ist bestellbar, Fahrzeuge damit werden aber erst ab Mitte 2025 ausgeliefert.
Marktstart
Vorgestellt wurde der Wagen im Oktober 2022, die Produktion im chinesischen Chengdu begann aber wegen Softwareproblemen erst 2024. In Deutschland wird das große Elektro-SUV seit Juli 2024 ausgeliefert, wie aus den KBA-Zulassungszahlen hervorgeht, doch die ersten Exemplare dürften für Testfahrten und die Showrooms gedacht sein.
Nachdem das große Elektro-SUV zunächst aus China kam, hat inzwischen auch die Serienfertigung in den USA für die USA begonnen. Wer jetzt Anfang Dezember 2024 einen individuell konfigurierten Polestar 3 bestellt, soll sein Fahrzeug laut Konfigurator im April oder Mai 2025 erhalten. Das heißt, die Lieferzeit beträgt etwa fünf Monate. Alternativ gibt es die vorkonfigurierte Launch Edition, die noch im September geliefert werden soll.
Preise und Rivalen
Zum Start wurden für die Allradler 88.600 bzw. 95.200 Euro verlangt, doch seit dem Modelljahr 2025, das im August 2024 begann werden nur noch 85.590 bzw. 92.190 Euro verlangt. Anfang September standen nur noch 81.590 bzw. 88.190 Euro im Konfigurator. Diese Preise gelten auch jetzt (Anfang Dezember 2024) noch. Der Hecktriebler kostet wie im Juni angekündigt 78.590 Euro, wurde also nicht rabattiert. Zu den genannten Preisen kommen noch 1.300 Euro für die Überführung.
Bei den genannten Preisen wurde eine Kaufprämie in Höhe von 4.000 Euro ("Polestar Launch Weeks") schon abgezogen. Dieser Rabatt soll laut Konfigurator noch bis Jahresende gelten.
Zu den Wettbewerbern des Polestar 3 gehören der Audi Q6 e-tron, der Volvo EX90, der BMW iX und der Mercedes EQE SUV. Für die Performance-Version des Polestar 3 können wir bereits einen Konkurrenzvergleich bieten.
Technische Daten des Polestar 3
- Heck- oder Allradantrieb mit Permanentmagnet-Synchronmotoren
- Systemleistung / Drehmoment: 220, 360 bzw. 380 kW / 490, 840 bzw. 910 Nm
- 0-100 km/h / Höchstgeschwindigkeit: 7,8, 5,0 bzw. 4,7 Sek. / 180 bzw. 210 km/h
- WLTP-Stromverbrauch: 17,6-23,1 kWh/100 km
- Akku netto / WLTP-Reichweite: 107 kWh / 591-706 km
- Max. Ladeleistung: 11 kW mit AC, 250 kW mit DC
- Ladedauer: 11h mit AC (0-100%), 30 min mit DC (10-80%)
- Maße: 4.900 mm Länge / 2.120 mm Breite (mit Spiegeln) / 1.614 mm Höhe
- Radstand: 2.985 mm
- Kofferraum: 484-1.411 Liter plus 31 Liter Frunk
- Basispreis: 78.590 Euro
(Stand: 5. Dezember 2024)
Quelle: Pressemeldung, Website (Daten)
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