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Dacia "Evader" als Erlkönig: Elektro-Neuling unter 18.000 Euro

Erste Bilder zeigen den kommenden Elektro-Kleinstwagen von Dacia. Er basiert auf dem Renault Twingo und wird noch 2026 vorgestellt.

Dacia
Bild von: Automedia

Dacia hat bereits offiziell bekanntgegeben, dass ein Elektroauto im A-Segment geplant ist. Das Modell soll weniger als 18.000 Euro kosten. Nun sind den Spezialisten von Automedia erste Erlkönigbilder gelungen.

Der Dacia-Neuling soll auf dem Renault Twingo basieren. Er wird noch 2026 vorgestellt und dann live auf dem Pariser Autosalon im Oktober gezeigt, schreibt Autocar. Der Wagen wurde von etlichen Medien als Dacia "Evader" bezeichnet. Das ist zwar nicht bestätigt, würde aber gut zu Modellnamen wie Bigster, Striker, Jogger und Duster passen. 

Dacia

Dacia "Evader" als Erlkönig

Bild von: Automedia
Renault Twingo Electric (2026): Das Exterieur

Renault Twingo Electric (2026): Das Exterieur

Bild von: Renault

Von schräg vorne sieht unser Erlkönig ähnlich wie der Twingo aus, aber bei Weitem nicht identisch. Zu den Unterschieden gehört die senkrechtere Frontpartie. Während beim Twingo die Fronthaube (die eigentlich keine Haube ist, denn sie lässt sich nicht öffnen) fast den gleichen Winkel hat wie die Frontscheibe übergeht, besitzt der Dacia einen klar abgegrenzten, kastenförmigen Vorderwagen.

Frontleuchte im Detail
Bild von: Automedia

Die Scheinwerfer sind wie beim Twingo rechteckig, aber die für den Twingo charakteristischen rundlichen Tagfahrlichter fehlen. Stattdessen scheint es auch hier eine eckige Lichtsignatur zu geben. Wie der Twingo hat der Dacia aber traditionelle Bügelgriffe und die Außenspiegel sind an der gleichen Stelle montiert.

Dacia

Dacia "Evader" als Erlkönig

Bild von: Automedia
Renault Twingo Electric (2026): Das Exterieur

Renault Twingo Electric (2026): Das Exterieur

Bild von: Renault

Dass der "Evader" auf dem Twingo basiert, ist am einfachsten am halbmondförmigen Abschluss des hinteren Seitenfensters erkennbar. Auch hinten werden die rundlichen Rückleuchten des Twingo durch eher eckige Elemente ersetzt. Zudem fehlt der dicke Rahmen um die Heckscheibe.

Dacia

Dacia "Evader" als Erlkönig

Bild von: Automedia
Elektroauto von Dacia für weniger als 18.000 Euro (Teaserbild)

Teaserbild vom Februar 2025

Bild von: Renault

In der Seitenansicht ist die Ähnlichkeit zu dem Teaserbild von Anfang 2025 deutlich erkennbar, auch wenn die Räder des Erlkönigs viel kleiner ausfallen und die Dachlinie nach hinten stärker abfällt. Die charakteristische Gestaltung der C-Säule mit dem stark herausmodellierten eckigen Element hat auch der Erlkönig, doch hier ist sicher auch die Tarnung mit im Spiel. Insgesamt wirkt der Erlkönig eher wie ein Kleinwagen, das Teaserbild wie ein kleines SUV.

Damit sind wir bei der Positionierung des Neulings. Das Teaserbild macht deutlich, dass der Wagen wie ein SUV wirken soll. Die Frage, ob der Wagen den Dacia Spring ersetzen wird, wollte der Hersteller bei einem Fahrevent im März partout nicht beantworten. Beide treten im A-Segment an, und der "Evader" ist eindeutig das modernere Auto – auf diese Aussage ließ man sich ein.

Dennoch betont Dacia, dass der Spring und der Neuling sehr unterschiedlich seien. Der "Evader" soll etwas größer und breiter sein. Deswegen könnten sie auch nebeneinander angeboten werden. Wenn der neue Dacia ähnliche Maße wie der neue Renault Twingo hat, trifft das zu, denn der ist neun Zentimeter länger und deutlich breiter als der Spring.

Jedenfalls wird der neue Dacia auf der gleichen Plattform wie der Renault Twingo aufsetzen. Sie hieß bisher AmpR Small und dürfte nach dem Ende der Elektrosparte Ampere nun RGEV Small heißen. Der 60-kW-Antrieb mit der Permanentmagnet-Maschine aus China und der knapp 28 kWh große Cell-to-Pack-Akku mit LFP-Zellen von CATL dürften übernommen werden. Damit werden sich wohl auch hier etwa 260 km WLTP-Reichweite ergeben.

Renault Twingo Electric Evolution (2026): Die Blende vor dem Beifahrersitz ist hier stets weiß

Der Twingo hat schon in der Basisausstattung Evolution große Monitore in sieben und zehn Zoll

Bild von: InsideEVs

Dass das Auto die Monitorausstattung des Twingo mit dem aufwendigen Google-Betriebssystem und die verschiebbaren Rücksitze erhält, halten wir aus Kostengründen für unwahrscheinlich. Möglicherweise verzichtet die Basisversion des "Evader" sogar ganz auf den Touchscreen – der Spring hatte in der nicht mehr angebotenen Grundvariante Essential nur eine Handy-Klemme. Vermutlich wird Dacia auch den charakteristischen Lenkradhebel für die Fahrmodi N, R und D durch eine andere Lösung ersetzen.

Mit einem Einstiegspreis von knapp 18.000 Euro tritt der neue Dacia gegen die günstigsten Elektroautos an. Dazu gehören neben dem Spring und dem Twingo auch der Leapmotor T03, der Citroën e-C3 und der BYD Dolphin Surf.

Der "Evader" gehört zu den vier neuen Elektroautos, die Dacia bis 2030 auf den Markt bringen will. Ein weiteres wird die Elektroversion des Sandero sein, die ebenfalls auf AmpR Small alias RGEV Small basieren soll. Mit dem "Evader" und dem Elektro-Sandero wären das A- und B-Segment besetzt. Vermutlich wird zumindest ein elektrisches C-Segment-Auto unter den weiteren Elektro-Neuheiten sein, wahrscheinlich sogar mehrere. 

Bildergalerie: Dacia "Evader" als Erlkönig

Unter dem Strich

Renault hat mit dem Twingo einen Volltreffer gelandet, der gut bei den Testern ankam. Von der günstigen Technik soll auch Dacia als Low-Cost-Spezialist profitieren. Nach Gerüchten soll das Modell "Evader" heißen und auf dem Twingo basieren. Offiziell bestätigt ist der Einstiegspreis von unter 18.000 Euro. Das legt nahe, dass der Neuling den Spring verdrängen wird. Denn kaum jemand dürfte den angejahrten Spring für 18.700 Euro kaufen, wenn er den moderneren "Evader" für 18.000 Euro bekommt. Oder bietet Dacia erstmal beide parallel an, um zu sehen, wie sich die Kundschaft entscheidet? Warten wir es ab.