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Mercedes EQS (2026) mit 800 Volt jetzt konfigurierbar

Die Elektrolimousine startet mit bis zu 920 km Reichweite und neuem Basismodell. Auch die Ladezeiten und die Rabatte sind nun bekannt.

Mercedes EQS (2026)
Bild von: Mercedes-Benz

Der neue Mercedes EQS mit 800 Volt wurde am gestrigen 14. April vorgestellt, nun ist er auch konfigurierbar. Damit sind jetzt die Ladezeiten, die Autobahnverbräuche und die Herstellerrabatte bekannt. Neben der schon lange erwarteten Umstellung von 400 auf 800 Volt gibt es ein deutliches Plus bei der Maximalreichweite, die von 816 auf beeindruckende 920 Kilometer nach WLTP-Norm steigt. Das sind die Werte für die Grundkonfiguration; laut Presseabteilung sind bis zu 926 km möglich.

Das bedeutet nach wie vor Platz zwei in unserer Top-Ten-Liste der reichweitenstärksten Elektroautos. An die 960 km des Lucid Air kommt der EQS nicht heran, aber der Abstand verkleinert sich deutlich. Zudem kann der Wagen durch die 800-Volt-Technik nun deutlich schneller laden.


ExterieurInterieurAntriebe und BatterienAufladen 


Bildergalerie: Mercedes EQS (2026)

Exterieur

Was die Optik angeht, so wurde vor allem die Lichtsignatur vorn geändert. Hier leuchten künftig zwei Sterne pro Seite wie beim VLE EQ. Ansonsten werden zwei Versionen angeboten: Die auf unseren Bildern zu sehende Standardversion trägt den Mercedes-Stern stehend auf der Haube; dazu kommt ein schwarzer Grill mit Chromlamellen und ein hinterleuchtetes Sternenmuster. Bei den AMG-Line-Versionen gibt es statt der Kühlerfigur einen illuminierten Stern in der Mitte des Grills und dem gleichen Sternenmuster.

Mercedes EQS (2026)

Mercedes EQS (2026)

Bilder von: Mercedes-Benz
Mercedes EQS (2024)

Mercedes EQS (2024)

Eine weiterentwickelte "Digital-Light"-Technik soll für eine bessere Ausleuchtung der Straße sorgen und dabei weniger Energie verbrauchen. Auch die Rückleuchten wurden dezent umgestaltet; hier gibt es zusätzliche, schraubenförmige Lichtelemente.

Mercedes EQS (2026)

Mercedes EQS (2026)

Bilder von: Mercedes-Benz
Mercedes EQS (2024)

Mercedes EQS (2024)

Auch die Aerodynamik wurde nochmals verbessert, insbesondere an den Außenspiegeln. Nach wie vor liegt der cW-Wert bei 0,20, die Stirnfläche wird mit 2,51 Quadratmetern angegeben. Der für den Windwiderstand entscheidende Wert von cW x A liegt damit bei 0,5 m2.

Mercedes EQS (2026)

Das Interieur mit dem neuen Steuerhorn

Bild von: Mercedes-Benz

Interieur

Der serienmäßige, 55 Zoll große Hyperscreen besteht nach wie vor aus drei Displays, die unter einer gemeinsamen Glasfläche liegen: 12,3 Zoll für die Instrumente, 17,7 Zoll für den Touchscreen und 12,3 Zoll vor dem Beifahrersitz. Dazu kommen optional noch zwei 13-Zoll-Monitore für das Rear-Seat-Entertainment.

Eine weitere Neuerung ist das optional erhältliche Steer-by-Wire-System, zu dem anstelle des herkömmlichen Lenkrads ein Steuerhorn gehört. Damit soll beim Rangieren deutlich weniger Kurbelei nötig sein, und der Kraftaufwand sinkt. Zudem werden Vibrationen minimiert, weil es keine physische Verbindung zwischen Achse und Steuer mehr gibt. Zur Sicherheit ist das System aber redundant ausgelegt, das heißt, es gibt zwei Signalwege. Die optionale Hinterachslenkung mit zehn Grad Radeinschlag wird ebenfalls über Steer-by-Wire gesteuert.

Das System soll ein paar Monate nach Marktstart verfügbar sein. Daneben wird nach wie vor eine normale Lenkung mit konventionellem Lenkrad angeboten. Dieses besitzt das beliebte Bediensystem mit Wippe und Walze.

Mit dem Mercedes-Benz Operating System MB.OS erhält der EQS neue Funktionen. Dazu gehören eine Multi-Agent-KI und eine Google-Maps-Integration. Zu den verfügbaren Apps zählen Amazon Music, Disney+, Sony RideVu und YouTube. Auch die Assistenzsysteme wurden aufgewertet. Das Auto verfügt künftig über 27 Sensoren und kann optional Hindernissen automatisch ausweichen. Zudem ist ein assistierter Spurwechsel möglich.

Außerdem sind die beheizbaren Sicherheitsgurte aus der S-Klasse auch im EQS verfügbar. Das soll nicht nur bei Kälte angenehm sein, sondern die Insassen auch dazu bringen, dicke Winterjacken auszuziehen – damit der Gurt und die weiteren Sicherheitssysteme bei einem Unfall besser arbeiten können. Auf den Rücksitzen gibt es Gurte mit integrierten Airbags.

Mercedes EQS (2026): Die Batterie

Die Batterie (offenbar die des 580 4Matic, also der 122-kWh-Akku) besteht aus 12 Modulen mit prismatischen Zellen

Bilder von: Mercedes-Benz
Mercedes EQS (2026): Die neue EDU 2.0 mit Zweiganggetriebe an der Hinterachse

Die neue EDU 2.0 mit Zweiganggetriebe an der Hinterachse

Bilder von: Mercedes-Benz

Antriebe und Batterien

Wie beim bisherigen EQS werden neben dem EQS 450+ auch ein EQS 500 4Matic und ein EQS 580 4Matic angeboten; der bisher offerierte 450 4Matic entfällt. Dafür kommt ein neues Basismodell namens EQS 400 mit 112-kWh-Batterie hinzu. So sinkt der Einstiegspreis mit Mercedes-Rabatt von bisher 106.265 auf "nur noch" 91.571 Euro. Eine weitere Verbesserung ist die Anhängelast der Hecktriebler, die sich gegenüber den alten Modellen fast verdoppelt hat. Hier sind die wichtigsten Daten aus dem Konfigurator:

  EQS 400 EQS 450+ EQS 500 4Matic EQS 580 4Matic
Antrieb RWD 270 kW,
505 Nm
RWD 300 kW,
505 Nm
AWD 350 kW,
750 Nm
AWD 430 kW,
800 Nm
0–100 km/h / Vmax 6,2 Sek. / 210 km/h 5,9 Sek. / 210 km/h 4,5 Sek. / 210 km/h 4,1 Sek. / 210 km/h
WLTP-Verbrauch 15,9 kWh 15,5 kWh 16,3 kWh 16,3 kWh
Autobahnverbrauch 18,6 kWh 18,1 kWh 19,1 kWh 19,1 kWh
Akku netto 112 kWh 122 kWh 122 kWh 122 kWh
WLTP-Reichweite 810 km 920 km 869 km 869 km
Max. Anhängelast 1.600 kg 1.600 kg 1.700 kg 1.700 kg
Preis 94.403 Euro 108.635 Euro 123.284 Euro 134.732 Euro
Rabattiert 91.571 Euro 105.376 Euro 119.585 Euro 130.690 Euro

Die um 13 Prozent gesteigerte Reichweite des EQS 450+ wurde durch eine größere Batterie und verbrauchssenkende Maßnahmen möglich. Die Speicherkapazität der bisher 118 kWh großen Batterie erhöhte sich dank verbesserter Zellchemie auf 122 kWh – das sind drei Prozent mehr. Das ermöglichen Graphitanoden mit beigemengtem Siliciumoxid, welche die Energiedichte steigern. Der Anteil von Cobalt in den Kathoden konnte reduziert werden. 

Deutlich mehr zur höheren Reichweite als die Batteriekapazität trägt der gesunkene Verbrauch bei. Dazu wird wie beim CLA und GLC an der Hinterachse ein Zweigang-Getriebe verbaut, was den Verbrauch bei hoher Geschwindigkeit senkt. Beim zweiten Gang wird nur ein Planetensatz verwendet, was die Effizienz besonders erhöht.

Wie bisher wird bei den Allradlern die Vorderachse per Disconnect Unit (DCU) abgekoppelt, wenn nicht die volle Power benötigt wird. Bei der Rekuperation sind nun bis zu 385 kW möglich; das ist ein Drittel mehr als bisher. Die Stärke der Rekuperation wird über Paddles oder mit dem Wählhebel hinter dem Lenkrad verändert.

Mercedes EQS (2026): Mehr Effizienz und Performance

Mehr Effizienz und Performance: Kennziffern zum neuen EQS

Bild von: Mercedes-Benz

Aufladen

Bisher konnte der EQS mit maximal 200 kW laden – ein sehr guter Wert für ein 400-Volt-System, aber der überarbeitete EQS mit 800 Volt schafft bis zu 350 kW. Die Zeiten für den üblichen Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent liegen bei 25 bzw. 27 Minuten. Für den großen Akku errechnet sich eine Ladegeschwindigkeit von 122 kWh x 0,7 / 27 min = 3,2 kWh/min. Das reicht inzwischen nicht mehr für die Top Ten. Das Gleiche gilt für das Nachladen von Reichweite. Hier ergeben sich maximal 920 km x 0,7 / 27 min = 23,9 km/min. Die besten Modelle erreichen hier über 30 km/min.

  EQS 400 EQS 450+ EQS 500 4Matic EQS 580 4Matic
DC-Ladeleistung 330 kW (800 Volt) 350 kW (800 Volt) 350 kW (800 Volt) 350 kW (800 Volt)
DC-Ladedauer
10-80 %
25 min 27 min 27 min 27 min
DC-Ladegeschw. 3,1 kWh/min 3,2 kWh/min 3,2 kWh/min 3,2 kWh/min
Reichweite-Nachladen 22,6 km/min 23,9 km/min 22,5 km/min 22,5 km/min

An 400-Volt-Ladesäulen liegt die Ladeleistung des EQS nur bei maximal 175 kW, also genau der Hälfte von 350 kW. Mercedes setzt hier anscheinend das sogenannte Bankladen ein – ähnlich wie Porsche und Audi beim Macan bzw. A6/Q6 e-tron. Dabei halbiert sich die Spannung des Akkus während des Ladens, was auch die halbierte Ladeleistung erklärt. Das ist sicher keine optimale Lösung, aber immerhin eine Verbesserung gegenüber GLC, CLA & Co., wo man den 400-Volt-Konverter gegen Aufpreis dazubestellen muss und auch dann nur mit 100 kW laden kann. 

Eine technisch interessante Neuerung ist auch die Dämpferregelung des Luftfahrwerks: Das System greift auf Car-to-X-Informationen von vorausfahrenden Mercedes-Fahrzeugen zu. Damit wird erkannt, wenn der EQS beispielsweise auf eine Temposchwelle zufährt. So können sich die Dämpfer rechtzeitig darauf einstellen. Die Technologie wurde von Mercedes selbst entwickelt und zum Patent angemeldet.

Unter dem Strich

Schnelleres Laden und noch mal rund 100 km mehr Reichweite: Die Verbesserungen beim Mercedes EQS sind enorm. Auch die Effizienz und die sonstige Technik wurden optimiert. Zudem senkt eine neue Einstiegsversion den Preis. Bemerkenswert: Dank der verbrauchssenkenden Maßnahmen schafft die neue Basisversion laut Pressemeldung trotz kleinerer Batterie 817 km – das ist sogar ein Kilometer mehr als die Reichweite der bisherigen EQS-Version in der reichweitenstärksten Variante 450+. Beim Aufladen ist der EQS aber auch mit dem 800-Volt-System nicht mehr top.