Toyota Urban Cruiser (2025): Preise um 2.000 Euro erhöht
Die neue Preisliste zeigt auch die Ladeeigenschaften: Mehr als 67 kW sind nicht drin.
Nicht ab 29.990 Euro gibt es den Toyota Urban Cruiser, wie es noch im Oktober in der Preisliste stand, sondern erst ab 31.990 Euro. Auch die Bezeichnung der Basisausstattung wurde geändert: Sie heißt nicht mehr Comfort, sondern Active. Die gehobenen Ausstattungen heißen nach wie vor Teamplayer und Lounge. Auch hier stiegen die Preise um 2.000 Euro. Bei der Serienausstattung der Basisvariante kam jedoch nur ein Aufmerksamkeits-Assistent hinzu.
Die aktuelle Preisliste (PDF) mit Stand vom November zeigt bereits den neuen Stand, die bisherige, die wir Anfang Oktober heruntergeladen haben, mit Stand vom August begann noch bei 29.990 Euro. Bestellbar ist der Toyota Urban Cruiser bereits seit Mai, wie Toyota damals meldete. Doch bis einschließlich Oktober wurden in Deutschland erst zwei Exemplare zugelassen, wie sich aus der KBA-Statistik ergibt.
Maße/Exterieur | Antriebe/Akkus | Interieur | Ausstattungen/Preise
Bildergalerie: Toyota Urban Cruiser Prototypen-Testfahrt (Juni 2025)
Der bis 2022 gebaute Toyota Urban Cruiser war ein vier Meter langes Verbrenner-SUV, doch die neue Variante ist ein reines Elektroauto. Mit knapp 4,30 Meter kann man das neue Modell als Kompakt-SUV bezeichnen. Es basiert auf dem Urban SUV Concept. Anders als erwartet, hieß die Serienversion nicht bZ2X (was gut zum bZ4X und Chinamodellen wie dem bZ3 gepasst hätte), sondern Urban Cruiser. Damit knüpft die Bezeichnung, an ein älteres Modell an. Auf einen Zusatz wie Elektro, Electric oder e verzichtet der Hersteller. Das Schwestermodell Suzuki eVitara führt dagegen das e im Namen.
Toyota Urban Cruiser
Suzuki eVitara
Maße und Exterieur
Mit 4,28 Meter Länge und 1,64 m Höhe ist das neue Modell etwa so groß wie der Smart #1 und ist genauso hoch. Der Radstand beträgt wie beim Suzuki eVitara 2.700 mm, Länge und Höhe sind geringfügig größer. Inzwischen taucht auch das Kofferraumvolumen in der Preis-Datenblatt auf, allerdings noch nicht das maximale für die Beladung bis zum Dach:
| Länge | Breite | Höhe | Radstand | Kofferraum | |
| Urban Cruiser | 4.285 mm | 1.800 mm | 1.640 mm | 2.700 mm | 310 Liter |
| Suzuki eVitara | 4.275 mm | 1.800 mm | 1.635 mm | 2.700 mm | k.A. |
| Smart #1 | 4.270 mm | 1.822 mm | 1.636 mm | 2.750 mm | 323-986 Liter |
Das Exterieur wirkt ähnlich kantig wie bei der Studie. Die Räder sind je nach Ausstattung 18 oder 19 Zoll groß. man darf zwischen elf Farbtönen wählen, darunter fünf Zweifarb-Lackierungen mit schwarzem Dach.
Bildergalerie: Toyota Urban Cruiser (2025)
Antriebe und Akkus
Technisch ist der Urban Cruiser wie erwähnt ein Schwestermodell des Suzuki eVitara. Die Plattform wurde speziell für batterieelektrische Fahrzeuge entwickelt. Besonderheit: Die Struktur kommt ohne Querträger im Boden aus, sodass mehr Platz für die Batterie zur Verfügung steht.
Drei Motor-Akku-Kombinationen werden angeboten. Inzwischen stehen auch die genauen WLTP-Verbräuche und -Reichweiten fest. Außerdem werden neben den Bruttokapazitäten jetzt auch die Nettowerte genannt:
| FWD Standard Range |
FWD Long Range |
AWD Long Range |
|
| Antrieb | FWD 106 kW | FWD 128 kW | AWD 135 kW |
| Drehmoment | 193 Nm | 193 Nm | 307 Nm |
| 0-100 km/h / Vmax | 9,6 Sek. / 150 km/h | 8,7 Sek. / 150 km/h | 7,4 Sek. / 150 km/h |
| WLTP-Verbrauch | 14,9 kWh | 15,1 kWh | 16,6 kWh |
| Akku brutto / netto | 49 / 48 kWh | 61 / 60 kWh | 61 / 60 kWh |
| WLTP-Reichweite | 344 km | 426 km | 395 km |
Beide Batterien haben eine Lithium-Eisenphosphat-Chemie (LFP). Die beiden Fronttriebler dürften die gleiche Motoren-Hardware haben; ein Hinweis darauf ist das gleiche Systemdrehmoment. Die unterschiedliche Systemleistung dürfte durch die maximale Leistungsabgabe der Batterie bedingt sein. Beim Allradler kommt hinten noch Aggregat mit nur 48 kW hinzu. Bei den Motoren handelt es sich laut neuer Preisliste ausnahmslos um Permanentmagnet-Synchronmotoren.
Die angegebenen Reichweiten von 344 km mit dem 48-kWh-Akku bzw. 426 km mit der 61-kWh-Batterie sind etwa so groß wie beim Smart #1. Der schafft mit seiner 47-kWh-Batterie 310 km, mit 62 kWh sind bis zu 440 km möglich. Allerdings ist der Urban Cruiser deutlich schwächer motorisiert: Bei der Einstiegsversion hat der Smart 200 statt 108 kW, beim Topmodell 315 statt 135 kW.
Neu sind auch die Angaben zum Aufladen. Bisher hieß es nur, dass Wechselstrom- und Gleichstromladen serienmäßig möglich sind. Nun werden die folgenden Zahlen genannt:
| FWD Standard Range |
FWD Long Range |
AWD Long Range |
|
| Akku netto | 48 kWh | 60 kWh | 60 kWh |
| WLTP-Reichweite | 344 km | 426 km | 395 km |
| Ladeleistung AC/DC | bis 11 / 53 kW | bis 11 / 67 kW | bis 11 / 67 kW |
| DC-Ladedauer 10-80 % | ca. 45 min | ca. 45 min | ca. 45 min |
| DC-Ladegeschwindigkeit | 0,7 kWh/min | 0,9 kWh/min | 0,9 kWh/min |
| Reichweite-Nachladen | 5,4 km/min | 6,6 km/min | 6,1 km/min |
Die DC-Ladedauer ist mit 45 Minuten wirklich lang. Der Wert gilt für beide Akkus. Aus der Nettokapazität der Batterie und der Ladedauer errechnet sich beim kleinen Akku eine Ladegeschwindigkeit von 48 kWh x 0,7 / 45 min = 0,7 kWh/min, beim großen Akku sind es 0,9 kWh/min. Für ein Stadtauto mag das angehen.Zum Vergleich: Der Renault 5 Electric und der Mini Cooper E liegen beide ebenfalls bei 0,9 kWh/min, der BYD Dolphin Surf mit 0,7 kWh/min auf dem Niveau des Basis-Urban-Cruiser.
Analog lassen sich aus den WLTP-Reichweiten und der Ladedauer Werte fürs Reichweite-Nachladen berechnen. Bei der reichweitenstärksten Version ergeben sich hier 426 km x 0,7 / 45 min = 6,6 km/min. Das bedeutet: Pro Minute Wartezeit kann man durchschnittlich Strom für knapp sieben Kilometer nachladen. Hier hinkt der Urban Cruiser hinterher: Der beste Renault 5 liegt bei 8,8 km/min, der beste Dolphin Surf bei 7,5 km/min.
Alle Versionen bekommen eine Wärmepumpe für die Klimatisierung und eine manuell aktivierbare Batterievorheizung. Außerdem bietet die Allradversion einen Bergabfahrassistent und einen Trail-Modus: Dreht ein Rad durch, wird es abgebremst und das Antriebsmoment auf das gegenüberliegende Rad umgeleitet. Die Fronttriebler verfügen über einen Schnee-Modus, der laut Toyota "das Antriebsmoment steuert", um die Gefahr durchdrehender Räder auf schneebedeckten Straßen zu verringern. Das bedeutet wohl, dass das Drehmoment einfach verringert wird.
Interieur
Innen gibt es wie üblich zwei Monitore, wobei das 10,25 Zoll große Instrumentendisplay hier niedriger eingebaut wird als der 10,1-Zoll-Touchscreen. Die Fahrmodi P, D, N und R werden mit einem Drehknopf und einer P-Taste in der Mittelkonsole aktiviert. Lenkradwippen zum Einstellen der Rekuperation scheint es nicht zu geben.
Dank einer verschiebbaren Rückbank lässt sich das Auto wahlweise für den Transport von Menschen oder Material optimieren. Ungewöhnlich für die Klasse ist, dass sich die Rücksitze im Verhältnis 40:20:40 geteilt umklappen lassen, normalerweise ist nur 40:60 möglich.
Flexibel geteilt umklappbare Rücksitze
Ausstattungen und Preise
Den Toyota Urban Cruiser gibt es in drei Ausstattungen, die nun Active, Teamplayer und Lounge genannt werden. Die Basisausstattung ist nur mit der Basismotorisierung kombinierbar, die Topausstattung nur mit dem Allradantrieb. Die mittlere Motorisierung ist dagegen in zwei Ausstattungen verfügbar:
| FWD Standard Range | FWD Long Range | AWD Long Range | |
| Active | 31.990 Euro | — | — |
| Teamplayer | — | 38.990 Euro | — |
| Lounge | — | 42.990 Euro | 44.990 Euro |
Die Basisausstattung Active umfasst unter anderem 18-Zoll-Alufelgen, ein Smart-Key-System, die verschiebbare Rückbank, LED-Scheinwerfer, Parkpiepser vorne und hinten, den 11-kW-Bordlader, eine Wärmepumpe sowie eine Batterievorheizung und den neuen Aufmerksamkeitsassistenten. Das Navi soll eine Laderoutenplanung bieten.
Wer eine Sitzheizung will, muss schon zur Ausstattung Teamplayer greifen. Hier sind auch Lenkrad- und Spiegelheizung an Bord, eine Frontscheibenwischer-Enteisung und eine Fußraumheizung für die zweite Sitzreihe.
Die Top-Ausstattung Lounge bietet zusätzlich ein Glasdach, adaptives Fernlicht, 19-Zoll-Leichtmetallfelgen, ein 360-Grad-Rundumsicht-System, einen elektrisch einstellbaren Fahrersitz und ein JBL-Soundsystem. Der Lounge-Version vorbehalten sind auch die Bicolor-Lackierungen.
| FWD Standard Range | FWD Long Range | AWD Long Range | |
| Ausstattung Comfort | 29.990 Euro | — | — |
| Ausstattung Teamplayer | — | 36.990 Euro | — |
| Ausstattung Lounge | — | 40.990 Euro | 42.990 Euro |
Was den Marktstart angeht, so wurde er bereits mehrmals verschoben. Ende 2023 hieß es, dass der Urban Cruiser in der ersten Jahreshälfte 2024 starten sollte. Anfang 2024 war dann nur noch von einer Markteinführung im Jahr 2024 die Rede. Im Januar 2025 verkündete die Marke dann, die Auslieferungen an die Kundschaft sollten im Spätsommer 2025 beginnen. Doch auch bis Ende Oktober wurden wie erwähnt erst zwei Exemplare zugelassen.
Der Urban Cruiser ist das kleinste Modell in der neuen Elektropalette von Toyota, die außerdem das neue Kompakt-SUV C-HR+ umfasst und das Mittelklasse-SUV Toyota bZ4X, der nun ein Facelift mit mehr Power und Reichweite bekommt. Daneben bleibt die Brennstoffzellen-Limousine Mirai auf dem Markt. Bis 2026 will Toyota 15 emissionsfreie Fahrzeuge anbieten, darunter sechs batterieelektrische Fahrzeuge.
Unter dem Strich
Der neue Toyota Urban Cruiser bietet klassentypische Reichweiten, die Antriebe sind allerdings ziemlich schwach. Neu sind die Angaben zum Aufladen; hier liegt das Modell etwa auf dem Niveau anderer Stadtautos. Interessant machen kann sich das Auto eigentlich nur über den Preis. Doch der wurde nun um 2.000 Euro angehoben – noch bevor nennenswerte Stückzahlen verkauft wurden. Mit den nun verlangten 31.990 Euro kostet das Auto exakt so viel wie der Smart #1 mit dem derzeitigen Herstellerrabatt von 5.000 Euro. Der Smart bietet ähnlich viel Reichweite, aber mit 200 kW deutlich mehr Power.
Quelle: Toyota (5/25), Toyota Europe (3/25), Toyota (1/25)
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