VW und andere Marken haben ihre Preise zu Jahresbeginn erheblich gesenkt. Mitte Januar zog Tesla nach und senkte die Preise für das Model Y um bis zu 6.350 Euro. Nicht mal zwei Wochen fielen die Preise nun schon wieder; diesmal sind es bei allen drei Modellvarianten 2.400 Euro Nachlass.

Bis Mitte Januar wurden für das Basismodell des Model Y noch 45.870 Euro verlangt ("Barzahlungspreis"), danach waren es 43.970 Euro, und nun stehen 41.570 Euro im Konfigurator. Das entspricht Preissenkungen von 1.900 Euro und nun nochmal um 2.400 Euro. Noch deutlich höher waren die Preisabschläge bei den gehobenen Varianten. Hier wurden die Preise zuerst um 6.350 Euro bzw. 5.000 Euro gesenkt, nun nochmal um 2.400 Euro. Anlass genug für ein Update unserer Analyse zum Tesla Model Y, inklusive einem kleinen Konkurrenzvergleich.

Preise für das Tesla Model Y laut Konfigurator am 29. Januar 2024 (Screenshot)

Antriebe, Motoren und Batterien

Zu den drei Motorisierungen gehört nach wie vor ein Hecktriebler, der offiziell einfach Model Y heißt und einen Permanentmagnet-Motor im Heck hat. Die anderen zwei Varianten sind "Dualmotor"-Varianten: Hier kommt vorne ein Induktionsmotor hinzu, so dass sich ein Allradsystem ergibt.

Die Variante Maximale Reichweite (oft auch als Long Range bezeichnet) schafft mit 19-Zoll-Rädern 565 Kilometer nach WLTP, mit 20-Zoll-Rädern 533 km. Das Performance-Modell kommt mit seinen serienmäßigen 21-Zöllnern nicht ganz so weit, sprintet dafür aber in 3,7 Sekunden auf Tempo 100 (allerdings mit Rollout-Start).

  Model Y Model Y Max. Reichweite Model Y Performance
Antrieb RWD 220 kW AWD 158+220 kW AWD 158+235 kW
0-100 km/h / Vmax 6,9 Sek. / 217 km/h 5,0 Sek. / 217 km/h 3,7 Sek. / 250 km/h
Stromverbrauch (WLTP) 15,7 kWh/100 km 16,9 kWh/100 km 17,3 kWh/100 km
Reichweite (WLTP) 430-455 km 533-565 km 514 km
Max. Ladeleistung (Gleichstrom) 170 kW 250 kW bis 250 kW
"Barzahlungspreis" bis Mitte Januar 2024 45.870 Euro 57.320 Euro 61.970 Euro
Preissenkung Mitte Januar 1.900 Euro 6.350 Euro 5.000 Euro
Barzahlungspreis ab Mitte Januar 43.970 Euro 50.970 Euro 56.970 Euro
Preissenkung Ende Januar 2.400 Euro 2.400 Euro 2.400 Euro
Barzahlungspreis seit Ende Januar 41.570 Euro 48.570 Euro 54.570 Euro

Die obigen Daten des Tesla Model Y stammen größtenteils aus dem offiziellen Konfigurator. Dort sind seit einiger Zeit auch die Leistungswerte der Motoren in kW zu finden (unter "Mehr Informationen"). Ob die Systemleistung der Summe der Motorleistungen entspricht, ist aber nicht klar. Ein Vergleich der Sprintdaten mit ähnlichen Modellen legt nahe, dass sie deutlich niedriger ist.

Die maximale Ladeleistung steht ganz unten auf der allgemeinen Model-Y-Website, die Abmessungen und Motorenarten im dort verlinkten Benutzerhandbuch. Zu den Batteriegrößen gibt es nur inoffizielle Angaben, am einfachsten zu finden im Batterie-Wiki des TTF-ForumsDanach wird bei den Allradversionen eine 79-kWh-Batterie mit 2170-Zellen von LG eingesetzt. Dabei handelt es sich offenbar um den gleichen NMC-Akku wie im Model 3. Welcher Akku derzeit bei der Basisversion zum Einsatz kommt, ist unklar. Bis Anfang 2023 war es ein LFP-Akku mit Zellen von CATL.

Preise nun ab 41.570 Euro

Nach zahlreichen Preissenkungen im Jahr 2023 und der neuesten von Mitte Januar ist das Tesla Model Y nun ab 41.570 Euro erhältlich. Das ist der so genannte "Barzahlungspreis", worunter Tesla ironischerweise die Summe versteht, die man an Tesla überweisen muss. Neu ist hier der Hinweis: "Beinhaltet die E-Mobilitätsförderung (- € 2.400 brutto)".

Konkurrenten des Tesla Model Y

Die geänderten Preise verändern auch die Position des Model Y im Konkurrenzvergleich. Elektro-SUVs von der Größe des Model Y gibt es wie Sand am Meer. Unsere nach Karosserielänge geordnete Marktübersicht gibt einen ersten Überblick. Zu den interessantesten Konkurrenten gehören wohl der VW ID.4, der Hyundai Ioniq 5 und der Ford Mustang Mach-E. Hier ist ein kleiner Datenvergleich für die Basisversion. Deutlich bessere Werte sind gefettet:

  Tesla Model Y VW ID.4 Pro mit Infotainmentpaket Hyundai Ioniq 5
RWD 168 kW
Ford Mustang Mach-E
RWD ER Premium
Länge / Höhe 4,75 m / 1,62 m 4,58 m / 1,63 m 4,64 m / 1,61 m 4,71 m / 1,62 m
Kofferraum 854-2.158 Liter
(+117 Liter Frunk)
543-1.575 Liter
(kein Frunk)
527-1.587 Liter
(+57 Liter Frunk)
402-1.420 Liter
(+ 100 Liter Frunk)
Antrieb RWD 220 kW RWD 210 kW RWD 168 kW RWD 216 kW
0-100 km/h 6,9 Sek. 6,7 Sek. 7,3 Sek. 7,0 Sek.
WLTP-Verbrauch 15,7 kWh 16,1 kWh 17,0 kWh 17,3 kWh
Reichweite 430-455 km 550 km 476-507 km 600 km
DC-Ladedauer
(10-80%)
k.A. 28 min 18 min 45 min
Preis vor Förderung 41.570 Euro 40.900 Euro (mit Rabatt) 54.800 Euro 57.330 Euro (Aktionspreis)

Aufgrund des saftigen VW-Rabatts (der bis Ende März limitiert ist) ist der VW preislich immer noch das günstigste Modell. Die 40.900 Euro, die für den ID.4 Pro mit Heckantrieb verlangt werden, liegen immer noch rund 700 Euro niedriger als beim entsprechenden Tesla. Der VW-Preis bezieht sich auf die Version "mit Infotainmentpaket", da auch der Tesla ein Navigationssystem an Bord hat. Der VW besitzt zudem rund 100 km mehr Reichweite als das US-Modell. Der Tesla hat jedoch beim Ladevolumen die Nase vorn.

Die Stärke des Hyundai ist die sehr kurze Ladedauer, der Ford bietet am meisten Reichweite. Preislich sind sie nicht mehr konkurrenzfähig, zumindest, wenn man die Listenpreise zum Maßstab nimmt – etwaige Händlerrabatte können wir hier nicht berücksichtigen.

Sehen wir uns nun noch die Long-Range-Variante an; die Karosseriedaten sparen wir uns diesmal:

  Model Y Maximale Reichweite VW ID.4 GTX mit Infotainmentpaket Hyundai Ioniq 5
4WD
Ford Mustang Mach-E GT
Antrieb AWD 158+220 kW AWD 250 kW AWD 230 kW AWD 358 kW
0-100 km/h 5,0 Sek. 5,4 Sek. 5,1 Sek. 4,4 Sek.
WLTP-Verbrauch 16,9 kWh 17,1 kWh 17,9 kWh 21,2 kWh
Reichweite 533-565 km 515 km 454-481 km 490 km
DC-Ladedauer
(10-80%)
k.A. 28 min 18 min 45 min
Preis 48.570 Euro 47.820 Euro (mit Rabatt) 58.800 Euro 75.754 Euro (Aktionspreis)

Hier zeigt sich ein ähnliches Bild wie beim Hecktriebler: Obwohl Tesla auch den Preis für die Long-Range-Variante deutlich gesenkt hat, ist der VW ID.4 immer noch günstiger. Wenn man die Motorleistungen addiert, scheint der Tesla stärker motorisiert zu sein, doch die 378 kW passen nicht zu dem Sprintwert, der nur wenig niedriger liegt als beim 250 KW starken ID.4-Konkurrenten.

Auch in diesem Vergleich ist der Stromverbrauch bei Tesla und VW am niedrigsten, und diesmal sind die zwei auch bei der Reichweite vorne. Der Hyundai hat wiederum die kürzeste Ladedauer. Hier sind wir uns trotz fehlender Angaben von Tesla sicher, dass auch das Model Y nicht schneller lädt als der Ioniq 5. Denn nach den Schnelllade-Tests des ADAC ist die Ladekurve beim Hyundai deutlich besser, die durchschnittliche Ladeleistung zwischen 10 und 80% Ladestand viel höher (194 gegenüber 123 kW). Der Ford lädt auch in dieser Version deutlich langsamer als alle anderen; der gute Sprintwert würde das für uns nicht wettmachen. 

Schon seit 2021 auf dem Markt

Erstmals vorgestellt wurde das Tesla Model Y im Jahr 2019, seit 2020 wird es produziert und auf dem deutschen Markt ist das Auto seit August 2021. Zunächst kamen alle Exemplare aus China, inzwischen wird ein großer Teil in Berlin-Grünheide produziert.

Tesla Model Y (2023)

Mit 4,75 Meter ist das Model Y 17 cm länger als der VW ID.4

Bereits 2022 war das Model Y der Elektroauto-Bestseller in Deutschland, im Jahr 2023 war es erneut die Nummer 1. Weltweit ist das "MY" zeitweise sogar das meistverkaufte Auto über alle Antriebsarten hinweg. Schnell überflügelte das SUV die Limousine, die auf der gleichen Plattform basiert, denn das Model Y ist durch die große Heckklappe deutlich praktischer als das Model 3 mit seinem kleinen Kofferraumdeckel.

Interieur und Bedienung

Serienmäßig ist das Model Y ein Fünfsitzer, als Siebensitzer gibt es den Wagen nur in den USA. Der Kofferraum fasst 854 bis 2.158 Liter. Dazu kommen noch stattliche 117 Liter unter der Fronthaube. Ver- und entriegelt wird das Auto in der Regel über das Handy in der Jackentasche (via Bluetooth).

Zum Einsteigen drückt man mit dem Daumen auf den plan integrierten Türöffner, der daraufhin nach außen schwenkt. Beim Öffnen der Tür wird automatisch das System samt Touchscreen hochgefahren. Zum Losfahren reicht es, die Bremse zu betätigen und dann am rechten Lenkstockhebel den Fahrmodus (D) zu aktivieren. Mit dem linken Hebel wird geblinkt und die Scheibe gewischt. Es gibt kein Instrumentendisplay, kein Head-up-Display und kaum physische Tasten. Die meisten Einstellungen werden über den 15-Zoll-Touchscreen erledigt. Auch das gefahrene Tempo erscheint dort.

Tesla Model Y (2023): Das Cockpit

Anders als das Model 3 hat das Model Y noch einen Blinkerhebel, nicht bloß Knöpfchen

Facelift ab Mitte 2024?

Angeblich plant Tesla ein Facelift für das Model Y, vermutlich mit ähnlichen Änderungen wie beim Model 3. Das heißt, der Blinkerhebel und die Performance-Version könnten auch beim SUV entfallen. Nach einem Bericht von Bloomberg soll diese "Juniper"-Version ab Mitte 2024 in China gebaut werden. Ob und wann Berlin-Grünheide als zweiter Produktionsstandort für das deutsche Model Y folgen wird, ist offen.

Unterm Strich

Preissenkungen und kein Ende: Nach den aggressiven Preissenkungen von VW legt Tesla nun schon zum zweiten Mal nach. Nun haben der VW ID.4 und das Model Y ein ähnliches Preisniveau erreicht. Dabei haben wir die Ausstattung außer Acht gelassen, denn für das Model Y liegt uns keine Ausstattungsliste vor.

Für das Tesla Model Y spricht nach wie vor das große Ladevolumen und Vorteile, die wir jüngst beim Model 3 bewundert haben: das One-Pedal-Driving, die in der Praxis sehr niedrigen Verbräuche und das wunderbar einfache Aufladen am Supercharger. Auch das schlüssellose Entriegeln gefällt uns, die sonstige Bedienung ist uns allerdings zu Touchscreen-lastig.

Bildergalerie: Tesla Model Y (2023)