Im Vergleich zwischen Audi, BMW und Mercedes haben die Münchner den höchsten Elektroanteil am Gesamtabsatz. In Deutschland lag Audi letztes Jahr bei 12 Prozent, Mercedes bei 13 Prozent und BMW bei 17 Prozent. Weltweit waren die Quoten noch niedriger, aber auch hier hat BMW mit knapp 15 Prozent die Nase deutlich vorn, denn Audi lag bei 9 Prozent und Mercedes bei 11 Prozent.

Mit rund 376.000 BEVs verkaufte BMW auch in absoluten Zahlen am meisten Elektroautos. Audi kam nur auf 178.000 Stück und Mercedes setzte 222.000 Elektrofahrzeuge ab.

Kurz: BMW ist unter den drei Marken bei der Elektromobilität vorne. Und das, obwohl sich Konzernchef Oliver Zipse immer "technologieoffen" zeigte. Der BMW-Boss hält auch weiter daran fest: Er halte "einen umfassenden Review der CO2-Flottengesetzgebung in der EU für essenziell", so der Konzernchef bei der Bekanntgabe der Betriebsergebnisse am Donnerstag, dem 21. März 2024.

Audi setzt mehr Elektroautos als die Konkurrenz ab, und redet gleichzeitig gegen das Verbrenner-Aus im Jahr 2035 an. Und Zipses Spagat ist erfolgreich: Der Konzernchef konnte gerade das beste Betriebsergebnis aller Zeiten vermelden: 18,4 Milliarden Euro wurden im Jahr 2023 verdient. 

Im laufenden Jahr will BMW weltweit eine Elektroauto-Quote von 20 Prozent erreichen, im Jahr drauf dann sogar 25 Prozent. Und auch danach soll der Anteil weiter schnell steigen: "Vor 2030 dürfte die Hälfte unserer Auslieferungen vollelektrisch sein", sagte Zipse nun. Damit würde sich der BEV-Anteil von derzeit 15 innerhalb von sechs Jahren mehr als verdreifachen. Aber der weltweite BEV-Absatz steige "nicht linear", so Zipse. Deshalb bleibe man "maximal flexibel".

Das Narrativ zu BMW war bisher Folgendes: Mit der Einführung des i3 mit Carbon-Karosse im Jahr 2013 war die Marke ein Vorreiter in Sachen Elektromobilität – das Tesla Model S startete nur ein Jahr früher. Aber die Carbon-Technologie war wohl zu teuer und der Elektroantrieb noch nicht marktreif. So hat man damit nie Gewinne erzielt. Der Konzern habe sich also die Finger an den Stromern verbrannt und will deshalb lieber variabel bleiben. Aber mit seiner starken BEV-Quote belehrt BMW die Kritiker eines Besseren, schreibt die Wirtschaftswoche.

BMW Vision Neue Klasse X (2024)

BMW Vision Neue Klasse X: Die Studie des iX3-Nachfolgers

Schon Ende nächstes Jahr startet die Serienproduktion des BMW Vision Neue Klasse X, die bei der Bilanzkonferenz vorgestellt wurde. Der iX3-Nachfolger wird zuerst im ungarischen Debrezen gebaut. 2026 folgt die entsprechende Limousine auf Basis des BMW Vision Neue Klasse im Stammwerk München. Das heißt: Zuerst kommt das SUV, dann erst die Limousine. Bis 2027 sollen insgesamt sechs Modelle der Neuen Klasse vorgestellt werden. Wobei die Limousine und das X-Modell die "Bookends" (Buchstützen) darstellen sollen, wie Zipse sagte. Vermutlich meint er damit, die übrigen Modelle werden von der Höhe her zwischen diesen Modellen liegen.    

Neuer Mini Cooper SE (2024) in Oxford

Marktstart im Mai: Der Mini Cooper Electric

Bei Mini startet im Mai der Verkauf des Cooper; wir testen den neuen Elektro-Dreitürer Ende April. Der Kleinwagen sei "bereits für die nächsten vier Monate ausverkauft", verriet Zipse. Die Cabrioversion soll im zweiten Halbjahr 2024 starten, so der Konzernchef weiter. Zudem steht die Weltpremiere des Aceman ins Haus, die angeblich am 24. April stattfinden soll.

BMW i5 M60 xDrive Touring (2024)

Bis zu 500 km Reichweite: Auch der erste Elektro-Kombi von BMW startet im Mai

Dazu kommen noch der Rolls-Royce Spectre sowie der BMW i5 Touring, wobei letzterer (wie der Cooper) im Mai startet. Wir werden das Modell Mitte Mai testen. An dem Kombi exemplifiziert BMW seine Technologieoffenheit: Das Modell gibt es als Verbrenner namens 5er Touring, als Plug-in-Hybrid und als BEV.  

Unter dem Strich

Obwohl offiziell "technologieoffen" und kritisch gegenüber dem Verbrenner-Aus im Jahr 2035, ist BMW überaus erfolgreich mit seinen Elektroautos: Die Verkaufszahlen sind höher als bei Audi und Mercedes, und auch beim Anteil am Gesamtabsatz liegt BMW vorne. Und bei alldem verdient BMW auch noch sehr gut.