Diese Elektroautos haben LFP-Batterien
Etwa jedes siebte Modell nutzt bereits die günstige Lithium-Eisenphosphat-Technik – mit steigender Tendenz.
Lithiumeisenphosphat (LFP) ist bei Elektroauto-Batterien auf dem Vormarsch. Langsam bekommen immer mehr neue Modelle einen LFP-Akku, und so manches Fahrzeug, das bisher eine NMC-Batterie mit Nickel-Mangan-Cobalt-Oxiden an der Kathode hatte, wird auf die günstige und besonders stabile Batteriechemie umgestellt. Aber welche Modelle betrifft das genau? Wir geben Ihnen eine Übersicht.
Wir können nicht alle Fahrzeuge einzeln aufführen, das wären einfach zu viele; wir haben sie zu Gruppen zusammengestellt, wo möglich. Geordnet ist die Liste grob nach der Fahrzeugklasse.
Leapmotor T03, B10 und C10
Der nur 3,62 Meter lange Leapmotor T03 ist das kleinste Elektroauto auf dem deutschen Markt. Die in Europa vom Stellantis-Konzern unterstützte China-Marke baut eine LFP-Batterie mit 36 kWh netto ein. Damit sollen bis zu 265 km möglich sein. Die Preise beginnen bei 18.900 Euro, weit unterhalb des Konkurrenten Fiat 500 Elektro, der eine NMC-Batterie hat und im Einstieg fast 25.000 Euro kostet. Auch die anderen beiden Leapmotor-Modelle, der B10 und der C10, werden mit LFP-Akkus ausgerüstet.
Dacia Spring Electric
Der 3,70 m lange Dacia Spring ist mit einem Basispreis von 16.900 Euro nach wie vor das günstigste Elektroauto auf dem deutschen Markt. Anfang Oktober wurde eine neue Version vorgestellt, die erstmals einen LFP-Akku besitzt. Dieser liegt zudem als Batterieplatte unten im Boden und nicht mehr als Block unter der Rückbank. Obwohl die Batterie nur noch 24 statt 25 kWh speichert, bleibt die Reichweite mit 225 km etwa gleich. Möglich machen es sparsamere, aber trotzdem stärkere Antriebe. In Frankreich sind die neuen Versionen bereits konfigurierbar; wann sie nach Deutschland kommen, ist unklar.
Renault Twingo Electric
Der knapp 3,80 Meter lange Renault Twingo Electric soll ab Anfang Januar bestellbar sein, die Preise sollen unter 20.000 Euro starten. Ein Grund für den niedrigen Preis ist die LFP-Batterie, die Renault hier erstmals einsetzt. Sie besitzt auch eine Cell-to-Pack-Architektur, das heißt, man verzichtet auf Module, was weitere Kosten einspart. Für den Antrieb sorgt ein 60-kW-Motor vorne, die Reichweite beträgt bis zu 263 km nach WLTP-Norm.
Alle BYD-Modelle
BYD ist bekannt für seine Blade-Batterie, die mit LFP-Chemie arbeitet und im Cell-to-Pack-System konstruiert ist. Die von BYD selbst entwickelte und hergestellte Batterie wird in allen Modellen verwendet, die in Deutschland angeboten werden. Es beginnt beim kleinsten Modell, dem 3,99 m langen Dolphin Surf. Hier werden zwei LFP-Akkus offeriert: Die 30-kWh-Variante ermöglicht 220 km, die 42-kWh-Version bietet 322 km Reichweite. Die Listenpreise beginnen bei knapp 23.000 Euro.
Cupra Raval, VW ID. Polo & Co
Von den neuen kleinen Elektroautos aus dem Volkswagen-Konzern gibt es noch nicht einmal normale Bilder, aber es steht bereits fest, dass die etwas über vier Meter langen Modelle Cupra Raval (unser Bild) und VW ID. Polo in den Einstiegsversionen eine 37 oder 38 kWh große LFP-Batterie erhalten. In Kombination mit den schwächeren Versionen des neuen APP290-Frontmotors wird das für WLTP-Reichweiten von etwa 300 km sorgen.
Citroen e-C3 (Aircross), Fiat Grande Panda und Opel Frontera
Die Smart Car Platform des Stellantis-Konzerns setzt ebenfalls auf LFP-Akkus. Zur Familie der günstigen Modelle gehören Vier-Meter-Fahrzeuge wie der Citroen e-C3 und Fiat Grande Panda, aber auch die rund 4,40 m langen Modelle Citroen e-C3 Aircross und Opel Frontera. Abgesehen vom Fiat, den es bislang ausschließlich mit 44 kWh gibt, stehen jeweils zwei LFP-Batterien zur Wahl. Bei den kleineren Modellen speichern sie 30 und 44 kWh, bei den größeren 44 und 54 kWh. Die Preise beginnen bei 19.990 Euro für den e-C3 Urban Range.
Volvo EX30 Single Motor und Zeekr X Core RWD
Der EX30 ist der kleinste Volvo-Stromer. In der Basisversion Single Motor besitzt er ebenfalls eine LFP-Batterie. Sie speichert 49 kWh netto und sorgt mit dem 200-kW-Heckmotor für eine Reichweite von etwa 340 km. Dafür zahlt man ziemlich happige 38.490 Euro, und das auch nur, wenn man sich mit der Basisausstattung Essential begnügt. Vermutlich die gleiche LFP-Batterie wird in den neuen Zeekr X Core RWD eingebaut.
MG4 und MGS5 Standard Range
Die zum chinesischen SAIC-Konzern gehörende Marke MG setzt ebenfalls teilweise LFP-Batterien ein. Beim MG4 Electric ist das wohl beim Basismodell der Fall. Das zumindest behaupten Wikipedia und die EV-Database; hier wird die Speicherkapazität allerdings mit 51 kWh netto wie brutto angegeben. Laut Konfigurator wird dagegen eine 49-kWh-Batterie verwendet, bei der die Chemie nicht angegeben wird. Beim MGS5 Standard Range ist die Lage klarer. Hier gibt der Konfigurator 49 kWh und LFP als Batteriechemie an. Laut EV-Database handelt es sich dabei um die Bruttokapazität, netto sind es 47 kWh.
Toyota Urban Cruiser und Suzuki eVitara
Den neuen Toyota Urban Cruiser gibt es wahlweise mit 48 und mit 60 kWh netto; beide Batterien haben eine LFP-Chemie. Beim Schwestermodell Suzuki eVitara ist es ebenso; hier sagte uns der Hersteller, dass es sich um Blade-Batterien von BYD handelt. Die Preise für den Toyota beginnen bei knapp 32.000 Euro, die des Suzuki starten schon bei 29.990 Euro.
Smart #1 und #3 47 kWh
Auch die kleinere der beiden Batterien im Smart #1 und #3 mit 47 kW netto hat eine LFP-Chemie. Sie sorgt für Reichweiten von etwa 310 bis 325 km. Das sind rund 100 km weniger als die Varianten mit dem 61-kWh-Akku und NMC-Chemie ermöglichen. Dafür beginnen die Preise mit dem kleinen Akku schon bei 36.990 Euro, wovon man derzeit noch einen Herstellerrabatt von 5.000 Euro abziehen kann.
Changan Deepl S05
Der 4,60 Meter lange Changan Deepal S05 besitzt stets eine 69 kWh große LFP-Batterie; wählen darf man zwischen einem 200-kW-Heckantrieb für knapp 39.000 Euro und einem 320 kW starken Allradler für knapp 42.000 Euro. Die Maximalreichweite nach WLTP-Norm beträgt 485 km. Anders als der Deepal 05 besitzt der 4,75 m lange große Bruder Deepal 07 stets NMC-Zellen.
Smart #5 Pro
Die Basisversion Pro des Smart #5 für 45.900 Euro oder rabattiert 43.400 Euro bekommt ebenfalls eine LFP-Batterie. Sie speichert 74 kWh netto und arbeitet mit 400 Volt, während die große NMC-Batterie 94 kWh netto bietet und ein Spannungsniveau von 800 Volt besitzt. Der Reichweitenunterschied liegt bei rund 120 km, die Preisdifferenz bei 5.000 Euro.
Mercedes CLA 200
Die Fahrzeuge auf der MMA-Plattform von Mercedes bekommen einen Akku mit vier Modulen. Abhängig davon, ob LFP- oder NMC-Zellen eingebaut werden, liegt die Nettokapazität bei 58 oder 85 kWh. Das erste Modell mit der kleineren Batterie ist der CLA 200 EQ mit einer Reichweite von 541 km und einem Listenpreis von knapp 47.000 Euro.
Tesla Model 3 und Y RWD
Offiziell macht Tesla keine Angaben zu seinen Batterien, weder zur Speicherkapazität noch zur Chemie. Aber zumindest nach den Angaben der EV-Database besitzen die Standard-RWD-Varianten des Model 3 und Y einen 60 kWh netto großen LFP-Akku. Alle übrigen Versionen, vom Premium RWD aufwärts, erhalten dagegen eine NCM-Batterie mit 79 kWh netto.
Ford Mustang Mach-E
Auch die Basisversion des Ford Mustang Mach-E, also die Version Standard Range, erhält eine Lithium-Eisenphosphat-Batterie. Sie speichert knapp 73 kWh netto, was eine Reichweite von 470 km ermöglicht. Die übrigen Varianten erhalten Batterien mit 88 kWh (Extended Range RWD und AWD) bzw. 91 kWh (GT). Das reichweitenstärkste Modell, der RWD Extended Range, schafft 600 km mit einer Ladung.
KGM Torres EVX und Musso EV
Der Torres EVX ist ein 4,72 Meter langes Mittelklasse-SUV der Marke KGM, die eher unter dem früheren Namen SsangYong bekannt ist. Es gibt nur einen Antrieb (mit 152 kW, über die Vorderachse). Dazu kommt ein Blade-Akku von BYD mit LFP-Chemie und 73 kWh Speicherkapazität. Damit sind etwa 460 km nach WLTP möglich. Die Preise beginnen bei 41.990 Euro. Auch der große Pick-up Musso EV besitzt einen LFP-Akku; dieser braucht 81 kWh für 420 km Reichweite.
Xpeng G6 und G9
Der coupéhafte Xpeng G6 (auf unserem Bild links) und der große Bruder G9 besitzen ebenfalls LFP-Batterien. Das gilt für alle neuen Versionen; hier werden beim G6 Akkus mit 68 bzw. 80 kWh eingebaut, beim G9 sind es 78 bzw. 92 kWh. Bei den alten Varianten des Modelljahres 2024, die nach wie vor konfigurierbar sind, haben nur die Basisversionen mit der Bezeichnung Standard Range LFP-Akkus, die anderen setzen auf NMC-Chemie.
Zeekr 7X Core RWD
Der erst seit Anfang Dezember bestellbare Zeekr 7X aus dem Geely-Imperium nutzt in der Basisversion Core RWD die selbst entwickelte Golden Battery mit 75 kWh und LFP-Chemie. Damit sollen 480 km am Stück möglich sein. Besonderheit: Der Akku lässt sich mit bis zu 480 kW laden – allerdings nicht mit hierzulande verfügbaren Ladern. Aber auch mit einem 360-kW-Lader soll der Ladevorgang nur 13 min dauern. Der Preis: 54.990 Euro.
GWM Ora 03 und 07 (Basisversionen)
Auch der GWM Ora 03 (Bild) und Ora 07 erhalten in der Basisversion eine LFP-Batterie. Beim Ora 03 speichert er 45 kWh netto, beim Ora 07 64 kWh. Auf der Herstellerwebsite finden sich noch nicht einmal mehr die aktuellen Preise, aber beide Modelle scheint es nach wie vor zu geben, denn man wird zur Probefahrt eingeladen.
Mazda 6e (Basisversion)
Der Mazda 6e wird wahlweise mit einem etwa 66 kWh netto großen LFP-Akku oder mit einer rund 75 kWh netto großen NCM-Batterie ausgeliefert. Die LFP-Variante lässt sich deutlich schneller laden, hier dauert der Standard-Ladehub von 10 auf 80 Prozent nur 24 Minuten, während es bei dem NCM-Akku 47 Minuten sind. Die Basisversion liefert erträgliche 479 km Reichweite und ist ab 44.900 Euro bestellbar.
Unter dem Strich
Die EV-Database führt insgesamt 483 bestellbare Elektroautos mit ihren Motorisierungen und Akkuversionen auf. Davon haben 65 einen LFP-Akku, also jedes siebte Elektroauto. Dabei sind Neulinge wie der VW ID. Polo oder der neue Renault Twingo, zu denen es noch kaum Daten gibt, noch gar nicht enthalten.
Besonders LFP-affin sind die chinesischen Marken. So nutzt BYD ausschließlich diese Batteriechemie, auch die Geely-Marken und MG als SAIC-Tochter machen Gebrauch von der günstigen Technik. Doch die europäischen Hersteller beginnen sie ebenfalls zu entdecken. Vorreiter war Stellantis mit seiner Smart Car Platform, nun folgen der VW-Konzern mit VW ID. Polo & Co. und Renault mit dem neuen Twingo. Aber auch Mercedes nutzt LFP für seine Einstiegsmodelle auf MMA-Basis. So dürfte Lithium-Eisenphosphat immer häufiger in neuen E-Autos enthalten sein, und zwar nicht nur in billigen, kleinen Modellen.
Letzte Änderung am 14. Januar 2025: GWM Ora 03 und 07 eingefügt.
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